Inserat unerwünscht

In Grossbritannien haben die Medien geschlossen ein Inserat des irischen Wettanbieters Paddy Powers abgelehnt.

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In Grossbritannien kann bekanntlich seit jeher auf alles gewettet werden. Die vermutete Lebensdauer der Koalition zwischen den Konservativen und der Democratic Unionist Party (DUP), der grössten protestantische und unionistische Partei in Nordirland, zählt dabei eher zu den normalen und wenig exotischen Wettangeboten.

Nach der Unterhauswahl 2017, bei der die DUP ihr bisher bestes Ergebnis erzielte, vereinbarte die Partei mit den Konservativen die Tolerierung einer Minderheitsregierung unter Premierministerin Theresa May.

Hält die Koalition nicht bis Ende 2017, erhält der Wettende den dreifachen Einsatz zurück. Das Inserat, mit dem Paddy Powers diese Wette bewerben wollte, sorgte für Wirbel in der britischen Medienlandschaft. Zu sehen sind Premierministerin Theresa May und die DUP-Vorsitzende Arlene Foster, die sich vor der Downing Street 10 küssen. «Unheilige Allianz?» fragt die Headline.

Das Sujet erinnert etwas an den berühmten sozialistsichen Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker. In plump. Die gesamte britische Medienlandschaft hatte denn auch wenig Lust, sich an besagtem Inserat die Finger zu verbrennen und lehnte es geschlossen ab. «Too hot for the presses», titelte das Unternehmen im hauseigenen Blog – und zeigte sich zumindest auf dem «Papier» überrascht.

Auch wenn besonders die britischen Boulevard-Medien nicht dafür bekannt sind, grosse Bögen um moralische- und gesetzliche Grauzonen zu machen: Vielleicht sind sie einfach etwas besser vertraut mit den Werberegeln der Insel. Der «UK Code of Non-broadcast Advertising and Direct & Promotional Marketing» (CAP Code) untersagt im «Privacy»-Paragrafen 6.1 nämlich das Zeigen von öffentlichen Personen ohne deren explizities Einverständnis. (hae)

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