Werbekunden kehren YouTube wegen Hass-Videos den Rücken – jetzt auch in der Schweiz

Nach dem in Grossbritannien bereits über 250 Unternehmen ihre Werbung auf der Google-Plattform gestoppt haben, weil sie neben extremistischen Videos aufgetaucht waren, ziehen nun erste Schweizer Firmen nach. In rollen gebracht hat diese Schritte 10 vor 10 mit seiner Sendung vom Dienstag.

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Zuletzt erklärten unter anderem die amerikanischen Telekom-Riesen Verizon und AT&T, dass sie aus diesem Grund die Werbung bei Google ausserhalb der Suchmaschine stoppen. Google kündigte an, Werbekunden mehr Kontrolle darüber zu geben, wo ihre Anzeigen zu sehen sind.

Die Unternehmen – und auch die britische Regierung – waren vergangene Woche durch einen Bericht der Londoner Times auf das Problem aufmerksam geworden. Danach setzten unter anderem die BBC, der Konsumgüter-Riese Johnson & Johnson, Ford, VW, Toyota und die Bank JP Morgan Chase Anzeigen bei YouTube aus. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, hat zudem Havas, die Google- und Youtube-Werbung ihrer Kunden in Grossbritannien sistiert, schreibt 10 vor 10 in einer Zusammenfassung zur Sendung.

10 vor 10 hatte das Thema aufgegriffen und in der Schweiz recherchiert. Die Ergebnisse dieser Recherche, die am Dienstag ausgestrahlt wurden: Die Werbung diverser Schweizer Unternehmen erscheint auch vor oder neben bedenklichen Content. Erste Firmen haben bereits reagiert, darunter Swisslife und Baer. Sunrise und Electrolux prüfen, laut 10 vor 10, ihre Anzeigen ebenfalls zurück zu ziehen, falls Google das Risiko von Fehlplatzierungen nicht drastisch minimieren kann.

Kern des Problems ist, dass die Werbeplätze im Umfeld der YouTube-Videos weitgehend automatisiert über diverse Marktplätze befüllt werden. Grundsätzlich könne Google Werbekunden zwar zusichern, dass ihre Werbung nicht neben extremistischen Inhalten auftaucht, sagte Verwaltungsratschef Eric Schmidt in einem Fernsehinterview bei Fox Business TV. Da die Anzeigenplätze aber über viele Kanäle vermarktet werden, «rutscht manchmal jemand unter dem Algorithmus durch». Als Konsequenz habe Google die Richtlinien verschärft und setze mehr Kontrolle durch Menschen ein. (red./SDA)

Bild: 10 vor 10/SRF

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