Kooperation würde Kosten senken
Eine Studie zeigt: Salt und Sunrise täten gut daran, in gewissen Bereichen zusammenzuarbeiten.

Die vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und der Kommunikationskommission (ComCom) durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass Salt und Sunrise ihre Kosten um bis zu einem Drittel senken könnten. Dies schreibt die Schweiz am Sonntag in ihrer aktuellen Ausgabe.
Möglich würden die Einsparungen, wenn die beiden Anbieter grössere Teile ihrer Mobilfunknetze gemeinsam nutzen würden. Die Rede ist vom sogenannten RAN (Radio Access Network)-Sharing.
Bereits praktiziert wird in der Schweiz die gemeinsame Nutzung von Antennen («Site Sharing»). Dies ist vielerorts vorgeschrieben, um die Anzahl der Antennen tief zu halten.
Die grösste Kosteneinsparung – rund ein Drittel – wäre laut Studie aber erst möglich, wenn die beiden Anbieter ihre Netze gemeinsam betreiben und abrechnen würden («Core Network Sharing»).
Diese intensive Zusammenarbeit wird von den Studienautoren jedoch nicht empfohlen, da sie zu Lasten der wettbewerblichen Unabhängigkeit gehen würde.
Ganz im Gegensatz zum RAN-Sharing: Dieses sei besonders für Salt und Sunrise empfehlenswert, da dadurch bis zu 40 Prozent der Netzkosten eingespart werden könnten. Die Netzkooperation der beiden «Kleinen» wäre – im Gegensatz zur 2010 angestrebten Fusion – wettbewerbsfördernd, findet die Studie.
Die Autoren empfehlen eine liberalere Gesetzgebung – denn daran scheiterte bisher eine weitreichende Zusammenarbeit zwischen Salt und Sunrise, die bereits vor zwei Jahren ein Pilotprojekt zum Network Sharing starteten.
Auf Anfrage der Schweiz am Sonntag gab das Bakom bekannt, man werde die Rahmenbedingungen für das Network Sharing im Rahmen der Revision des Fernmeldegesetzes weiterentwickeln. Die Studie würde dabei beachtet.
Sowohl Salt, wie auch Sunrise zeigen sich dem gemeinsamen Betrieb von Netzelementen gegenüber positiv eingestellt. (hae/SaS)
