Zu guter Letzt: Out of Grabstein

Aussenwerbe-König Jean-Claude Decaux ist am 27. Mai gestorben. Die französische Satirezeitschrift Charlie Hebbdo verabschiedet ihn mit einer bitterbösen Karikatur.

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Niemand steht mehr für Out-of-Home als Jean-Claude Decaux. Er gründete 1964 das zur Zeit weltweit grösste Aussenwerbeunternehmen JCDecaux, das heute 30 Prozent an APG SGA hält. Mit der Idee, Gemeinden kostenlos Buswartehäuschen zur Verfügung zu stellen und diese zu unterhalten, um im Gegenzug die Flächen exklusiv vermarkten zu dürfen, sicherte sich das Unternehmen ein Quasi-Monopol im öffentlichen Raum. Nach dem selben Prinzip unterhält das Unternehmen heute noch Toilettenanlagen, Altglascontainer oder beleuchtete Stadtplantafeln.

Bekanntlich hat Werbung im öffentlichen Raum aber nicht nur Freunde. Im Gegensatz zu allen anderen Werbeformen kann sie nicht umgangen werden, es besteht sozusagen ein Konsumationszwang. Selbst Werbelegenden wie David Ogilvy kritisierten, dass sich Werbung nicht in den öffentlichen Raum integriere, sondern die Sicht auf diesen versperre. Was für die einen ein Segen ist (vgl. Zu guter Letzt vom Dienstag), ist den anderen ein Dorn im Auge. Es verwundert also nicht, dass Decaux' Lebenswerk nicht nur beklatscht und bewundert, sondern auch kritisiert wird.

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«Verdreckt er sein Grab, wie er es mit unseren Leben gemacht hat?» fragt Charlie Hebdo-Zeichner Laurent «Riss» Sourisseau – und bepflastert den Grabstein mit makaberen Werbeanzeigen wie «Zwei Begräbnisse zum Preis von einem» oder «Aktion auf den Särgen» (Quelle: Charlie Hebdo, Nr. 1245 vom 1. Juni 2016). Übrigens: Der Karikaturist Sourisseau überlebte den Anschlag auf die Charlie Hebdo-Redaktion im Januar 2015, da er sich angeschossen tot stellte. (hae)

 

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