Datenvolumen statt Zinsen: Salt prüft Einstieg ins Bankgeschäft

Laut Sonntagszeitung beobachtet Salt mit Interesse das Bank-Modell des deutschen Mobilfunkanbieters O2 und zieht offenbar einen Einstieg ins Finanzgeschäft in Betracht.

Ab Sommer bietet O2 in Zusammenarbeit mit einer Bank Finanzdienstleistungen an. Dieser Einstieg wird hierzulande von Salt mit grösstem Interesse beobachtet. O2 bezahlt keine Zinsen, belohnt die Kunden aber mit Datenvolumen. «Megabytes statt Magerzinsen», so der CEO von Telefonica Deutschland, zu der O2 gehört, in deutschen Medien. Zum Angebot gehören Überweisungen, Daueraufträge, Kleinkredite und eine Mastercard. Überweisungen können per Telefonnummer des Empfängers getätigt werden. Auch in Frankreich steigt mit Orange 2017 ein Mobilfunkanbieter ins Bankgeschäft ein. Hierzu hat Orange 65 Prozent einer Bank gekauft und will später mit der Banklösung nach Spanien und Belgien expandieren.

Die Verknüpfung von Bankdienstleistungen und Mobilabonnements sei auch für Schweizer Netzbetreiber hochinteressant, sagt Comparis-Experte Christoph Glaus zur Sonntagszeitung. Auf diese Weise könnten die Anbieter neue Einnahmequellen generieren und die Kunden enger an sich binden.

Ein grosser Vorteil für Telecom-Anbieter: Sie können geringe administrative Hürden bei der Kontoeröffnung bieten. Die Identität der Kunden wurde bereits beim Abo-Abschluss geprüft. Ein Bankkonto kann so ohne Aufwand eröffnet werden. Dennoch: Bis auf Salt scheint in der Schweiz kein anderer Mobilfunkanbieter Interesse am Bankgeschäft zu zeigen. Wie Finanzprofessor Andreas Dietrich gegenüber der Sonntagszeitung erklärt, hat insbesondere Swisscom gute Gründe für das Desinteresse. Viele Banken haben den Zahlungsverkehr und die Datenverwaltung ausgelagert. Dienstleistungen, die Swisscom anbietet und für den Schweizer Marktführer ein wichtiger Wachstumsbereich sind. Kunden, die man laut Dietrich nicht verärgern wolle. (hae/SoZ)
 

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