Zu guter Letzt: Berlusconis Kampf gegen die «bösen» Journalisten

Berlusconis Kampf gegen aufmüpfige Medien geht weiter. Besonders die «bösen» Printjournalisten sind ihm ein Dorn im Auge. Diese würden nur Gerüchte verbreiten, so sein Vorwurf. Mit Berlusconi ist eben nicht gut Kirschen essen. Davon zeugen Schadensersatzklagen, Rufmordkampagnen sowie Aufforderungen, keine Anzeigen in ihm unliebsamen Blättern zu schalten.

Silvio Berlusconi führt seinen Schlachtzug gegen die Medien fort. Bei einem Treffen mit seinem spanischen Amtskollegen liess Italiens Regierungschef seinem Unmut einmal mehr freien Lauf: «Gute Information» betreibe das Fernsehen, die «bösen» Zeitungsjournalisten dagegen diffamierten. Ein Korrespondent der Madrider Tageszeitung El País konterte daraufhin: Ob der Premier nicht glaube, dass seine Sexaffären den Ruf Italiens beschädigten? Und ob er an Rücktritt denke? Berlusconis Rettungsversuch: «Die Zeitungen verlieren Glaubwürdigkeit, Auflage und Werbung. So geht man pleite. Bei El País kennt man sich damit ja aus.», wie es in der Sonntagszeitung heisst.
Mit Berlusconi ist eben nicht gut Kirschen essen. Dies zeigte sich bereits im Mai, als er italienische Unternehmen dazu aufforderte, keine Anzeigen mehr in ihm unliebsamen Blättern zu schalten. Ende August verklagte er die Zeitung La Repubblica auf eine Million Euro Schadenersatz wegen unliebsamen Fragen. Vom kleinen, finanzschwachen Linksblatt L´Unità verlangt der Medienmagnat gar zwei Millionen Euro. Zudem wurden in den letzten Monaten an die zwanzig Chefredakteure bei Fernsehen und Presse ausgetauscht. Sogar die Direktoren bürgerlicher Blätter sowie der katholische Chefredaktor einer Bischofszeitung wurden von Berlusconi aufgefordert, den Beruf zu wechseln.

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