Zu guter Letzt: Das Tattoo von morgen – ein medialer Wunderkasten

Tattoos sind in. Musste man sich bislang für ein Sujet entscheiden, eröffnen emotionsempfindliche Intra-Körper-Bildschirme nun ganz neue Möglichkeiten. Ob Ausdruck der eigenen Befindlichkeit oder Werbefläche – prinzipiell ist alles machbar.

Tattoos sind präsenter denn je. Hatte man sich bislang für ein Motiv entschieden, blieb dies – meist – ein Leben lang unter der Haut. Aber was, wenn die Gefühle von heute morgen nicht mehr dieselben sind? War der krasse Rocker als 20-Jähriger mit seinem Totenschädel noch ganz zufrieden, mag das Sujet 20 Jahre später seinen Gefühlen nicht mehr Ausdruck verleihen. Die Lösung naht. Am fünften European Futurists Conference Lucerne stellt Philips Design elektronische Tattoos vor. Die subkutanen, unter der Haut liegenden Bildschirme sind emotionsempfindlich und sollen als neue Ausdrucksform persönlicher Kommunikation genutzt werden. Die Haut soll also zeigen, wie es einem geht. Clive van Heerden, einer der Direktoren von Philips Design, wird die neue Technologie am 15. Oktober vorstellen.
Schon mal einige Fragen im Voraus: Wie viele Sujets sind überhaupt im Repertoire des neuen Wunderkästchens? Und was passiert, wenn die Technologie plötzlich spuckt, mein Tattoo beim Vorstellungsgespräch anstatt Freude plötzlich puren Ärger anzeigt? Und vielleicht die trivialste, aber gleichzeitig wichtigste Frage: Wer könnte überhaupt an solch einem Gerät interessiert sein? Taugt das Skin-Tattoo etwa als neues Werbeformat? Gesucht sind Privatpersonen, die ihre implantierten Bildschirme freiwillig als Werbefläche vermarkten. Dass es solche gibt, steht jedenfalls fest.

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Bildlegende: Wo eben noch nackte Haut war, schlängelt jetzt eine florale Zeichnung über die Schulter. Nein, das ist keine Magie, sondern ein elektronisches Tatoo.

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