Hier kocht die Chefin

Ringier Media Sales haben mit Publicis und Manifesto eine Crossmedia-Idee für zehn neue Maggi-Produkte realisiert.

An der jährlichen Party der Nestlé-Botschafter bin ich für die Suppe zuständig und George Clooney wird den Kaffee servieren», witzelte Claudio Zuccolini bei der Präsentation der neuen Maggi-Produkte. Kein Scherz allerdings ist es, dass Claudio für die nächsten drei Jahre im Dienste von Nestlé in den verschiedensten Kanälen als Küchenfee Margrit für Maggi präsent sein wird. So wie Clooney für Nespresso wurde Zuccolini als eine Art «Mrs. Doubtfire» für eine Markenkampagne sowie für die Lancierung von zehn neuen Produkten verpflichtet. Der populäre Comedian schlüpft dabei in Frauenkleider und agiert wie eine gute alte Tante. Keine Tunte allerdings, wie man bei der Produktion der Werbespots sehr penibel darauf geachtet hat. Auf die Fantasiefigur Margrit ist man bei Maggi gekommen, weil die weibliche Identifikationsfigur, die schon seit Beginn der Werbung auf der legendären Maggi-Flasche prangt, in eine moderne Zeit gerettet werden sollte. Allerdings wollte man keine biedere Hausfrau mit dem besserwisserischen Charme vieler Fernsehköche, sondern eine sympathische Figur mit Augenzwinkern. Claudio als Frau ist nicht die böse Schwiegermutter, die sich um das leibliche Wohl ihres Sohnes sorgt. Margrit steht aber sofort neben dem Herd, wenn es in der Küche irgendwo Probleme gibt. Und das sollte es mit den neuen Produkten von Maggi demnächst für niemand mehr geben.
Entwickelt wurde die crossmediale Werbekampagne inklusive Margrit-Konzept von Ringier Media Sales. Die Werbeagentur Publicis und Manifesto waren für die Spot-Umsetzung verantwortlich. Sechs Filme hat Reto Salimbeni mit Zuccolini im Verlauf von einer Woche gedreht. In Zukunft wird das WebCenter von Ringier pro Monat weitere zwei Episoden in etwas längeren Fassungen für das Netz realisieren. Auf www.maggi.ch soll unsere Margrit zur Kultfigur werden. Auf der neu gestalteten Site finden sich auch unzählige Rezepte und Verbesserungsvorschläge für das kreative Kochen mit Maggi. Ringier Digital Media hat passend zum Thema Kulinarik einen Online-Wettbewerb entwickelt, bei dem User auf Maggi.ch virtuell kochen können. Dazu ist ein Promotionspaket mit Publireportagen, Online-Advertorials und Display-Werbung für die Kanäle der Blick-Gruppe, der Schweizer Illustrierten und Illustré geschnürt worden, wie Roland Will vom Multichanneling bei Ringier stolz aus der Küche plaudert. Mediatechnisch massgeblich an der Margrit-Kampagne ist auch Myrta Hefner von Optimedia beteiligt, wie Miguel Serrano, Marketing Manager Maggi bei Nestlé Schweiz, erklärt.
Zucco hat neben Maggi inzwischen auch noch sein drittes Soloprogramm am Köcheln.
Andreas Panzeri
> Spot
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Hier kocht die Chefin

Christine Kunovits will als neue Chefredaktorin der Saisonküche mehr Esskultur auf 698000 Tische bringen.

Christine Kunovits will als neue Chefredaktorin der Saisonküche mehr Esskultur auf 698000 Tische bringen.Das Thema ist zurzeit genau auf den Punkt gegart: Kochen ist salonfähig, angesagt und «gehört dazu». Männer, vom allein lebenden Art Director bis zum verheirateten Plakatkleber, outen sich als leidenschaftliche Hobbyköche. Kochduelle boomen in jeder TV-Station, und Frauen lassen sich im Frischmarkt von immer exotischerem Gemüse verführen. Mehr Lifestyle heisst die Erklärung für diese Vorgänge. Von Anfang an beim Aufkochen dieser Entwicklung mit dabei ist Christine Kunovits. «Lifestyle und Mode sind für Frauen ein Weg, um in den Journalismus einzusteigen», sagt die Frau, die eben zur Chefredaktorin der fünftgrössten Zeitschrift der Schweiz berufen worden ist. Monatlich 698000 Leserinnen und Leser erreicht die Saisonküche der Migros-Medien. Die Auflage mit zwölf Ausgaben pro Jahr in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch liegt bei 187000 Exemplaren.
Die Maîtresse de cuisine will noch nichts vom Menu surprise verraten, das sie ab Januar am Zürcher Limmatplatz verantworten wird. Was ist ihr Rezept fürs erfolgreiche Backen von Konzepten? Verraten wird nur: «Ich bin keine Lifestyle-Tussi, sondern eine moderne Frau mit 40, die sich für Kochen und Mode genauso interessiert wie für Kultur und Politik.»
Ihren Weg in den Journalismus hat Christine Kunovits mit einem Volontariat beim Tagblatt der Stadt Zürich begonnen. Später hat sie beim Blick in der Rewrite-Abteilung das Handwerk gelernt. Als Ende der Achtzigerjahre beim Blick eine Lifestyle-Schiene eingeführt wurde, bearbeitete Kunovits zusammen mit einer Kollegin die Themen Wohnen, Essen, Gesundheit, Mode. Damit fand sie zum Magazinjournalismus.
Die Vollzeitstelle liess keine Zeit mehr fürs Publizistikstudium: «Mein Traum hat sich materialisiert, denn ich wollte immer Journalistin werden.» Nach sechs Jahren beim Blick nahm Kunovits ein Angebot der Schweizer Woche an, weil sie längere Texte schreiben lernen wollte. Sie machte zudem erste Erfahrungen als Ressortleiterin, als die Schweizer Woche zu einem Lifeststyle-Heft umpositioniert werden sollte. Ein Jahr nach dem Relaunch wurde der Titel 1996 aber eingestellt. «Das war eine gute Lebensschule, wenn man sich plötzlich neu behaupten muss, weil einem der Boden unter den Füssen wegbricht», sieht Kunovits heute das Positive an dieser Zeit.
Die Annabelle ermöglichte ihr darauf die Weiterentwicklung im Magazinjournalismus, «weg von der Mode, Gesundheit und Kosmetik hin zu Reportagen über Frauenthemen». Kunovits leitete das Ressort Reportagen drei Jahre lang im Jobsharing gemeinsam mit einer Kollegin.
Während dieser «schönen beruflichen Karriere» kam immer wieder der Wunsch auf, sich selbstständig zu machen. «Kurz vor der magischen Zahl 40, egal, ob die wirtschaftliche Lage gut oder schlecht war», hat sie ein eigenes Büro als Texterin und Konzepterin eröffnet. Wie bei allen Freien habe es dabei auch Phasen mit Existenzangst gegeben: «Ebbe auf dem Bankkonto – und dann kommt plötzlich mirakulös ein spannender Auftrag.»
Als Ausgleich zu solchen Herausforderungen in einem «hektischen und sehr schnellen Beruf» entspannt sich Christine Kunovits seit vier Jahren mit Steinbildhauen. An diesem archaischen Tun gefällt ihr das Langsame. «Man muss sich Zeit lassen beim Entscheiden, denn wenn man etwas weggehauen hat, dann ist es weg.» Als zweites Hobby nennt sie Töpfern. «Fast alle Freunde haben inzwischen eine Vase von mir.» Und als dritte Leidenschaft nennt die zukünftige Chefredaktorin der Saisonküche – das Kochen. Sie füttert neben Katze und Freund auch gerne Gäste bei sich zu Hause. Sie gelte als «gute Köchin von einfach bis aufwändig – je nach Lust».
Christine Kunovits leitet ab Januar die Saisonküche.
Andreas Panzeri

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