Zu guter Letzt: Viral, real, sche*ssegal

Nikon sorgt mit einer speziellen Hundekamera für virales Aufsehen. Ist die «Heartography» zu schön, um wahr zu sein?

Dass man Tieren Kameras umschnallt, um die Welt durch ihre Augen zu sehen, ist nichts neues. Videokamera mit Nachtsichtfunktion an Katze: Nächtliche Streifzüge. Verwackelt, kaum was zu erkennen – aber dennoch faszinierend. GoPro an Hundegeschirr – verwackelt, kaum was zu erkennen – aber dennoch ein Gaudi.

Um das Modell Coolpix L31 ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, präsentiert Nikon jetzt aber eine besonders reizvolle Idee: «Heartography». Die Vorrichtung, in der ein Kameramodell namens L31 «eingespannt» wird, ist mit einem (ebenfalls am Hund angebrachten) Herzschlag-Messgerät über Bluetooth verbunden. Der Clou: Die Kamera löst aus, wenn der Hund einen erhöhten Herzschlag hat.

Unbenannt-4_88
Unbenannt-5_77

Mit anderen Worten: Der Mensch hat am Ende Fotos, auf denen Dinge zu sehen sind, die der Hund aufregend findet. Das ist eine ziemlich reizvolle Vorstellung für Hundefreunde – und zumindest eine sehr gute Idee für alle anderen. Kein Wunder, sorgt der Casemovie im Netz für viel Aufmerksamkeit.
 

Unbenannt-6_72
Unbenannt-7_74
Unbenannt-8_62

Ein Scherz im Dienste der Viralität? Rein technisch scheint das Gerät umsetzbar zu sein. Auch wenn nicht ganz klar wird, wieso man einem Hund eine derart unhandliche Kamera wie die L31 umschnallen muss, wo doch heute jede Actioncam einen Bruchteil wiegt und misst. Was aber wirklich stutzig macht, sind gewisse Aufnahmen des Casemovies:

Unbenannt-9_65
 

Wo bitte trägt der Kamerahund – sofern kein Irischer Wolfshund – hier die Kamera? Sicher nicht dort, wo Nikon uns weismachen will (vgl. oberstes Bild). Noch etwas verwirrender diese Aufnahme:

Bildschirmfoto-2015-05-28-um-20.21.55
 

Hier wird der Verdacht, es könnte sich um einen reinen Marketing-Gag handeln, durch diese menschliche Spiegelung bestärkt:

Bildschirmfoto-2015-05-28-um-20.21.55_0
 

Nikon besänftigt auf Youtube die vielen misstrauischen Zuschauer mit der Erklärung, es handle sich dabei um ein Crewmember, das die Szene filmisch begleite.

Bildschirmfoto-2015-05-28-um-20.26.15

Wer's glaubt… Man könnte allerdings auch entgegnen, dass Casemovies ohnehin in vielen Fällen von A-Z inszeniert und von Laiendarstellern mehr schlecht als recht nachgestellt sind. Deswegen muss die Hundeherzkamera nicht gleich erstunken und erlogen sein. Und wenn auch: Die Idee gefällt – und das ist die Hauptsache. (hae)

Heartography.nikon-asia.com

More articles on the topic