Zu guter Letzt: Touristenfallen-Falle
Faszinierendes Geotagging-Projekt: Eric Fischer erstellt Stadtkarten, die das unterschiedliche Fotoverhalten von Touristen und Einheimischen visualisieren.
Ein Klassiker der urbanen Reisekultur: Besucher wollen die «echte» Stadt abseits von Sightseeing-Bussen, beschilderten Reisegruppen und überteuerten Touristenfallen kennenlernen. Dort, wo die Einheimischen unter sich sind. Angesagte Reiseführer lotsen in die angesagte Szenekneipe, wo alle, nur keine Touristen verkehren. Und man selbst, natürlich. Das mag ab und zu gelingen – in den meisten Fällen ist die Durchmischung aber gering. Touristen bewegen sich dort, wo sich Touristen bewegen. Eric Fischer Projekt visualisiert, wo sich in einer Stadt die Einheimischen aufhalten und wo die Touristen. Beziehungsweise wer wo fotografiert – vermutlich kein schlechter Indikator für beliebte Aufenthaltsorte. Hierzu sammelt er seit Jahren die Geotagging-Daten von Fotos aus Metropolen. Er färbt Besucher rot und Ortsansässige blau ein. Als Einheimischer wird klassifiziert, wer über Monate am gleichen Ort fotografiert. Nicht eindeutige Fälle werden gelb eingefärbt. Bereits 136 Städte zeigt Fischer in seinem Flickr-Profil. Leider noch keine aus der Schweiz.
Für Ortskundige bieten die Karten viel Analyse- und Interpretationsmaterial. Ortsunkundige hingegen könnten sich für den nächsten Städtetrip die wirklich angesagten Plätze heraussuchen. Und ansonsten sind die Grafiken auch einfach schön anzusehen. Jede kann übrigens in einer Auflösung von bis 6137 x 6137 Pixeln heruntergeladen werden. (hae)





