NZZ-Gruppe schreibt rote Zahlen

Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod nimmt in der Sonntagszeitung Stellung zum operativen Ergebnis des Medienunternehmens im 2015. Er äussert sich ausserdem zum Entscheid, Markus Somm als Chefredaktor in Betracht gezogen zu haben.

Wegen der beabsichtigten Schliessung der Druckerei und der damit zusammenhängenden Abschreibungen auf Gebäude und Produktionsanlagen resultiert für 2014 ein Verlust. Dies sagte Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod in einem Interview mit der Sonntagszeitung. Zahlen nannte er nicht. Für 2013 hatte die NZZ-Gruppe noch einen Reingewinn von 24,9 Millionen Franken ausgewiesen.

Das operative Ergebnis 2014 liege im Rahmen der Erwartungen, führte Jornod aus. Der Rückgang der Lesermarkterlöse im Printgeschäft sei durch das Digitalgeschäft der NZZ mehr als kompensiert worden. 2014 habe man erstmals seit langem wieder Abonnenten gewinnen können, sagte Jornod. Der Nettozuwachs sei zugegebenermassen noch klein, doch er dürfte eine Trendumkehr markieren.

Zur Druckerei in Schlieren hielt Jornod fest, es stimme nicht, dass diese profitabel sei. Die Kosten lägen bereits rund 40 Prozent über dem Marktniveau. Da die Kosten angesichts der Entwicklungen im Zeitungsdruckmarkt weiter steigen dürften, handle die NZZ-Gruppe, bevor sich die Probleme verschärften.

Jornod verteidigte in dem Interview auch den Entscheid, Markus Somm als Kandidaten für die Redaktionsleitung der NZZ geprüft zu haben. Verschiedene Persönlichkeiten, die der FDP angehörten und der NZZ sehr nahestünden, hätten ihm dies empfohlen. Wenn Somm als nationalkonservativ charakterisiert werde, teile er dies nur sehr bedingt.

Der Chefredaktor der Basler Zeitung, an welcher SVP-Stratege Christoph Blocher beteiligt ist, habe dann aber mehrere Kriterien nicht erfüllt und die Nominierung sei nicht auf ihn gefallen, sagte Jornod ohne Details zu nennen. Er räumte sogleich ein, nicht mit derart heftigen Reaktionen gerechnet zu haben. (SDA)

 

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