Bieterkampf um Ricardo

Die Auktionsplattform Ricardo.ch befindet sich derzeit in einem Bieterverfahren. Neben diversen Medienunternehmen zeigen auch Detailhändler und die Post Interesse.

Gleich mehrere Unternehmen aus verschiedenen Branchen buhlen laut einem Artikel des Tagesanzeigers um die Plattform Ricardo. Die aktuelle Besitzerin, die südafrikanische Naspers, habe sich auf Anfrage nicht dazu geäussert. Doch der Bieterprozess um die Plattform sei in vollem Gang, wie mehrere gut informierte Quellen dem Medienunternehmen gegenüber bestätigt haben sollen.

Auch Detailhändler interessiert

Interessiert an Ricardo sind offenbar nicht nur Online- und Medienhäuser wie Ebay, Ringier und Tamedia, wie bereits berichtet wurde. Auch andere namhafte Schweizer Unternehmen sollen um das Auktionshaus buhlen. Mit von der Partie sind die Detailhändler. Die Migros ist laut Tagesanzeiger gemäss mehreren gut informierten Quellen nach wie vor im Bieterprozess dabei, Coop hat sich derweil zurückgezogen. Die Migros hat zu möglichen Akquisitionen keine Stellung bezogen. Beide Händler haben in den letzten Jahren im E-Commerce-Bereich kräftig zugekauft: Coop mit Nettoshop und die Migros mit Digitec.

Autos und Kleinanzeigen

Tamedia und Ringier verfolgen das Ziel, den Digitalanteil am Unternehmensergebnis weiter auszubauen. Gerade im Bereich Onlinerubriken investierten Ringier und Tamedia in den letzten Jahren viel Geld. Mit Ricardo könnten beide ihre Marktanteile in den Sparten Auto und Gratis-Kleinanzeigen bedeutend ausbauen. Vor allem die Autoricardo, nach Umsatz die stärkste Kategorie, dürfte im Fokus von Ringier und Tamedia liegen. Übernimmt Tamedia (die mit ihrer car4you-Plattform auf Platz drei liegt) Ricardo, könnte das Medienhaus zu Marktführer Autoscout (Ringier) aufschliessen.

Im Fokus liegt aber auch das Kleinanzeigengeschäft. So buhlen Tamedia mit Tutti.ch, Ringier mit Anibis.ch und Ricardo mit Olx.ch um Marktanteile. Wer Olx.ch schnappt, wird zum unangefochtenen Marktführer. 

Auch Post ist interessiert

Neben den bekannten Medienhäusern und Detailhändlern ist offenbar auch die Schweizer Post an Ricardo interessiert. Allerdings wollten auch die Post-Verantwortlichen mögliche Verhandlungen mit Ricardo dem Tagesanzeiger gegenüber nicht kommentieren. Übernahmegelüste im Handel hätte die Schweizer Post zumindest schon früher gehabt. Bekannt sei, dass die Post mit E-Commerce Volumen und Umsatz generieren will. (Tagesanzeiger.ch/sis)
 

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