Zu guter Letzt: Pornoangelo

Wie anstössig malte eigentlich Michelangelo? Sehr – findet zumindest Facebook.

Facebook kann es sich offenbar leisten, auf Inserenten zu verzichten. Wie andere amerikanische Online-Giganten führt auch das grösste soziale Netzwerk einen unerbittlichen Kampf gegen alles Nackte und Unzüchtige. Werden bei der Darstellung von roher Gewalt und Brutalität sämtliche verfügbaren Augen zugedrückt, kennt man bei nackter Haut jenseits des Atlantiks kein Pardon.

Das musste auch Eckehard Bamberger feststellen. Der Autor des Buches «Psalm 1 – Die Wege Gottes und der Menschen» biss beim Versuch, auf Facebook Werbung für sein frommes Werk zu schalten, auf Granit. Grund: Die Titelseite des Buches zeigt Adam, wie ihn Gott erschuf. Also nackt – Anzeige abgelehnt. Der Kopf von Adam wurde übrigens aus symbolischen Gründen abgeändert, falls Sie sich fragen, ob der grosse Meister wirklich so stümperhaft speziell malte.

OBS_20150105_OBS0003

Auf die Nachfrage, wieso ein historisches Werk von Michelangelo in der facebookschen Zensurstelle hängen bleibt, erhielt er von einer Michelle diese unkompliziert formulierte Antwort:

Vielen Dank, dass du uns schreibst. Ich helfe dir gerne.

Deine Werbeanzeige wurde abgelehnt, weil das Bild nicht unseren Werberichtlinien entspricht. Werbeanzeigen dürfen keine übermäßig sexualisierten Bilder einsetzen, den Eindruck von Nacktheit erwecken, viel Haut bzw. Dekolleté zeigen oder sich unnötigerweise auf bestimmte Körperteile konzentrieren. Dies gilt auch für die Bilder auf deinen Seiten.

Bitte nimm die notwendigen Änderungen vor und erstelle deine Beiträge erneut. Wenn es sich um eine im Ads Create Tool erstellte Werbeanzeige handelt, kannst du sie im Werbeanzeigenmanager bearbeiten: Facebook.com/ads/manage

Mache Dich hier mit unseren Richtlinien zu Werbebildern vertraut:
Facebook.com/help/250509391644213/?ref=cr
Lass mich wissen, falls du weitere Unterstützung benötigst.

Mit freundlichen Grüssen

Michelle
Facebook Ads Team
Facebook

Yo! Da dürften wohl keine Fragen mehr offen bleiben. Nur: An welchem Tag schuf Gott eigentlich die Unterhose? Diese dürfte nämlich für die erforderlichen Änderungen von Nöten sein. (hae)

More articles on the topic