Zu guter Letzt: Zivilcourage
Ein Kind droht Opfer einer Misshandlung zu werden? In Südkorea animiert ein cleveres Plakat die Passanten zum Eingreifen.
In Deutschland findet seit dem tragischen Fall der Studentin Tugçe – einmal mehr – eine öffentliche Diskussion um das Thema Zivilcourage statt. Die 23-Jährige eilte zwei jüngeren Frauen zu Hilfe und bezahlte den Mut mit ihrem Leben. Die Frage ist: Wie weit soll und darf man sich selbst in (Lebens-)Gefahr bringen, um bedrohten Mitmenschen zu helfen? Ob unmittelbares Eingreifen der sinnvollste Weg ist, bleibt offen. Wegschauen hingegen ist in jedem Fall die falsche – wenn auch vielleicht die «bequemste» – Entscheidung.
Das dramatisiert auch eine interaktive Plakatkampagne in Südkorea. Auf spielerische Art und Weise; auch wenn das Thema ernst ist. Die auf einer weissen Wand dargestellten Schattenbilder zeigen die Silhouetten eines betrunkenen Mannes, der mit einer Flasche auf ein Kind losgeht. Wegschauen ist tabu, einschreiten angesagt. Die Schatten der Passanten werden direkt in die Szene projiziert. Und wer an der richtigen Stelle steht – nämlich schützend vor dem Kind – wird symbolisch mit einer Superhelden-Projektion ausgezeichnet. Gezeigt wird die Notrufnummer 112 und der Text: «Melde es und werde zum Helden.» (hae)




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