Zu guter Letzt: Relefante Aufklärung
Touristen, die über Google herausfinden wollen, wo man Elefantenreiten kann, kommen dank einer cleveren Adwords-Kampagne rechtzeitig auf die Welt.
Eigentlich sollte es sich mittlerweile herumgesprochen haben: Im fernen Urlaub macht man am besten einen weiten Bogen um sämtliche tierischen Attraktionen. Wo Profit winkt, leiden meistens Tiere. Das gilt auch für Aktivitäten, die von vielen Urlaubern fälschlicherweise als harmlos eingestuft werden, da sie die Hintergründe nicht kennen. Beispiel: Reiten auf Elefanten. Ein Erlebnis, hinter dem unsägliches Dickhäuter-Leid steckt. Hätten Sie das gewusst?

Aufklärung ist nötig – am besten bevor die Fehler gemacht werden. BBH London hat sich deshalb für die Organisation World Animal Protection eine Kampagne einfallen lassen, die das Problem an der Wurzel packt. Elefantenreiten erfreut sich bei Touristen grosser Beliebtheit. Eine Million Menschen starten pro Jahr auf Google eine Suchanfrage, um sich nach Möglichkeiten zu erkundigen. Um diese Urlauber rechtzeitig aufzuklären, hat die Agentur die Website eines fiktiven Anbieters von Elefanten-Touren erstellt und blendet diese als Werbung zuoberst ein, wenn nach den entsprechenden Begriffen gesucht wird.

Die Website von «Authentic Elephant Rides» wirkt in der Tat authentisch und lässt auf den ersten Blick keinen Zweifel aufkommen, das Gesuchte gefunden zu haben.

Wer den verheissungsvoll aussehenden Youtube-Film anklickt, wird von einer aufgestellten Moderatorin empfangen, die voller Begeisterung die Hintergründe des Elefanten-Geschäftes erläutert. Wie in einem echten Werbefilm erzählt sie, dass Elefanten von Natur aus eigentlich gar niemanden auf dem Rücken haben möchten – und wie dies trotzdem möglich gemacht wird.
//www.youtube.com/watch?v=QzU8Jx4q4Q0
Der Film kommt ohne Schockbilder aus – der verstörte, angekettete Elefant am Schluss und die Schilderungen der Frau sollten ausreichen, um die Urlaubspläne entsprechend zu korrigieren. Wer aufgeklärt wurde, wird eingeladen, die Information auch anderen potentiellen Elefantenreitern zugänglich zu machen. Durch eine Spende auf Beforetheybook.org werden weitere Adwords-Schaltungen gekauft. Ein Zähler informiert, wie viel Googler schon informiert wurden – und wie oft ohne aufklärende Einwirkung nach den Begriffen gesucht wurde. Die Kampagne nutzt moderne Wege, um das anvisierte Zielpublikum präzise anzusprechen, ohne dabei unnötig Mittel zu verbrauchen. Elefantastisch! (hae)
Quelle: Casemovie auf Lbbonline.com
