Zu guter Letzt: Drum prüfe, wer sich an wen bindet
In Norwegen hat die angekündigte Heirat eines 37-Jährigen mit einer Zwölfjährigen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Völlig zu Recht, möchte man sagen. Und völlig kalkuliert, muss man anfügen.
Am 12. September ging Theas «Heiratsblog» online. Die Zwölfjährige kündigte in kindlichem Übermut an, sie werde am 11. Oktober 2014 ihren 37 Jahre alten Freund heiraten.

Detailliert beschrieb die erste Kindsbraut Norwegens fortan die Vorbereitungen für das grosse Fest – mädchenhaft bebildert, wie es bloggende Teenager zu tausenden machen. Torten, Brautkleider, Selfies. Auch die Einladungskarte wurde stolz präsentiert – wie immer begleitet von einem Schwall empörter Kommentare.

…selbst bei der Suche nach dem passenden Brautkleid durften die Blogbesucher dabei sein:

Theasbryllup.blogg.no wurde innert kürzester Zeit zum meistbesuchten Blog Norwegens. Und irgendwann dürfte es auch dem letzten Besucher gedämmert haben, dass die Geschichte zu absurd ist, um wahr zu sein. Spätestens, als die Seite mit den Informationen der Kinderschutzorganisation Plan ergänzt wurde. Nämlich, dass der 11. Oktober – das geplante Heiratsdatum – der internationale Mädchentag ist. Und dass die Geschichte, die in Norwegen für derart grosses Aufsehen gesorgt hat, in anderen Erdteilen Alltag ist. 39'000 Mädchen werden demnach weltweit gegen ihren Willen verheiratet und vorzeitig der Kindheit beraubt – pro Tag!
So scheint auch Theas anfängliche Euphorie verflogen zu sein. Im aktuellsten Eintrag vom 8. Oktober erzählt sie (laut Google Translate) von ihrem langjährigen Traum, Tierärztin zu werden – und wie ihre Mutter ihr das ausgeredet habe, da sie ja bald heirate und somit weder Job, noch Ausbildung brauche. Der Blog wird vermutlich bis am 11. Oktober weitergeführt – die Kampagne aber noch einige Zeit danach für Aufsehen sorgen. (hae)
