Social Business wird noch zuwenig genutzt

Führende Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben das Potenzial von Social Business noch nicht ausgeschöpft. Dies zeigt eine Studie der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit Lithium und Coundco.

Die führenden Unternehmen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben die hohe Bedeutung der sozialen Medien erkannt. Trotzdem wird das enorme geschäftliche Potenzial von Social Media nicht genutzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Zürich, die in enger Zusammenarbeit mit Lithium Technologies, Coundco und weiteren Partnern erstellt wurde.

Viel Aktivität, wenig Strategie

Die Studie zeigt, dass die Mehrzahl der Unternehmen zwar auf Social-Media-Kanälen aktiv ist, aber über keine Strategie verfügt, die eine nachhaltige und systematische Monetarisierung ermöglicht. Social-Media-Aktivitäten sind nicht in die Kerngeschäftsprozesse der Unternehmen integriert und werden bottom-up und von den Erfordernissen einzelner Abteilungen gesteuert. Social Media wird in erster Linie als alternatives Werkzeug für klassisches Push-Marketing verstanden. Das Potenzial von Pull Marketing und User Generated Content bleibt dagegen unbeachtet. So nutzen auch nur sehr wenige Unternehmen die Möglichkeiten von Peer-to-Peer-basiertem Social Support (Kunden helfen Kunden).

Messbarkeit als Herausforderung

Nur zehn Prozent der befragten Unternehmen können den geschäftlichen Nutzen ihrer Social-Media-Aktivitäten nachweisen. Als wichtigste Kennzahlen werden Reichweite, Interaktion und Traffic auf der Homepage genannt. Für den nachhaltigen Unternehmensgewinn ausschlaggebende Key-Performance-Indikatoren (KPI) wie Conversion Rates, Net Promoter Score und Call Deflection dagegen werden entweder nicht oder nicht ausreichend definiert.

Social-Media-Aktivitäten von 206 Unternehmen untersucht

Unter der Leitung von Prof. René Algesheimer, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Marktforschung an der Universität Zürich, und in enger Zusammenarbeit mit Lithium Technologies und den Lithium-Partnern SAP, Netconomy, Coundco und Etecture wurden für die Studie grosse Unternehmen mit langjährigen Erfahrungen in den Geschäftsprozessen von Marketing, Vertrieb, Kundenservice und Produkt-/Serviceentwicklung untersucht. Für die Studie wurden zuerst die tatsächlichen Social-Media-Aktivitäten von 206 Unternehmen untersucht. In einem zweiten Schritt wurden 73 dieser Unternehmen über die eigene Einschätzung und Bewertung ihrer Social-Media-Aktivitäten befragt.

Coundco unterstützt und begleitet Studie

Die Agentur Cound ist spezialisiert auf vernetzte Kampagnen mit Social Media Erweiterungen und Community-Building. Sie hat die Studie begleitet und aktiv unterstützt, unter anderem durch das Vermitteln ihrer Kunden für die Studie, die gestalterische Aufbereitung der Studienergebnisse und deren Verbreitung im Web. Für Florian Wieser, Chef Stratege von Coundco, zeigt die Studie, dass «Trial und Error weiterhin eine wichtige Vorgehensweise im Umgang mit Menschen in den digitalen Gemeinschaften bleibt». Weiter mache die Studie deutlich, dass das Zusammenspiel von kurzfristigen Massnahmen und Strategie noch unausgewogen ist. «Die Vernetzung von Zielen, Strategie und Aktivitäten ist die grösste Herausforderung. Erst mit einer konsequenten Vernetzung zeigen die gemessenen Kennzahlen ihren Beitrag zu den beiden relevanten Marktzahlen Umsatz und Kostenersparnis», sagt Florian Wieser.

Die wichtigsten Zahlen der Studie im Überblick

● Auf einer Skala von 6 Punkten geben die Unternehmen Social Media durchschnittlich eine Wichtigkeit von 4,3 Punkten.

● 80 Prozent der Unternehmen verfolgen mit ihren Social-Media-Aktivitäten das Ziel, Gewinne zu erhöhen und das Geschäftsergebnis zu verbessern.

● 77 Prozent der Unternehmen messen den Erfolg der Social-Media-Aktivitäten, aber nur 10 % können konkrete finanzielle Vorteile nachweisen.

● 70 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie Social Media intensiv nutzen, das trifft aber in Wirklichkeit nur auf 48 % zu.

● 92 Prozent der Unternehmen nutzen Facebook, aber nur 17 Prozent haben eigene Foren oder Communities.

● Social-Media-Budgets machen derzeit durchschnittlich 0 bis 5 Prozent des gesamten Marketing-Budgets aus.

● Die meisten Unternehmen erwarten eine überdurchschnittliche Zunahme ihres Social-Media-Budgets. Dieses wird innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 11 bis 15 Prozent ansteigen.

Die Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden.
 

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