Blocher: «Das wäre das Dümmste!»
Christoph Blocher rät Roger Köppel im Interview mit der Schweiz am Sonntag vehement von einem Eintritt in die Politik ab und zeigt Interesse an weiteren Engagements in der Medienbranche.
Die Frage von Chefredaktor Patrik Müller, ob Weltwoche-Verleger Roger Köppel nicht der «zugkräftigste Nachfolger» für die Rolle von Blocher in der SVP wäre, weist der abtretende Nationalrat entschieden zurück. «Der soll ja nicht in die Politik! Das wäre das Dümmste!», so Blocher. Köppel würde im Parlament seine Zeit «verplempern», statt «mit seiner Zeitung eine wichtige Rolle zu spielen». Er habe ja auch ausserhalb eine politische Bedeutung und würde im Parlament verarmen. Ausserdem sähe Blocher ein Problem darin, wenn es plötzlich hiesse, die Weltwoche sei die Zeitung des SVP-Präsidenten. «Das wäre nicht gut. Jede Zeitung braucht eine gewisse Breite.»
Später im Interview zeigt Blocher Interesse daran, seine Aktivitäten als Medienunternehmer auszubauen. Gerne würde er – ähnlich wie bei der Basler Zeitung – weiter die «Medienvielfalt stärken». Voraussetzung sei dabei, dass eine Zeitung rentabel gemacht werden könne. Er staune, wie die NZZ plötzlich «das Loblieb auf die Regionalzeitungen» singe, nachdem es vor kurzem noch ganz anders getönt habe. Da die Mediensituation heute «besser als auch schon» sei, halte er es nicht mehr für nötig, eine eigene Tageszeitung zu lancieren – seine Themen bringe er in den Zeitungen «durchaus unter». (SaS/hae)
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