Zu guter Letzt: Oppositionsführer als Testimonial

Tchibo wollte diese Woche die Werbekampagne «Fit mit den Klitschkos» starten. Bei der Produktion des Kampagnenspots sah wohl noch niemand die Geschehnisse in der Ukraine vorher. 

Tchibo wollte mit den prominenten Klitschko-Brüdern für neue Fitnessprodukte werben. Im Spot von Jung von Matt, der in den kommenden Tagen hätte ausgestrahlt werden sollen, preisen die Brüder Produkte wie ein Springseil oder einen wasserfesten MP3-Player an. Nach dem blutigen Umsturz entschied das Unternehmen nun, die Werbekampagne zu stoppen. Die Öffentlichkeit bekommt den Spot nicht zu Gesicht.

Wieviel Geld das Unternehmen damit bewusst in den Sand setzt, ist nicht genau bekannt. Die Klitschko-Brüder sowie die Produktion waren bereits bezahlt, auch die Sendezeiten größtenteils verbindlich gebucht, informiert das Unternehmen. Mit den Gesichtern der Brüder bedruckte Verpackungen nimmt Tchibo hingegen nicht aus dem Verkauf. Das lasse sich nicht mehr ändern, heisst es. 

Bei Tchibo kann man offenbar damit leben, weiterhin mit dem Oppositionsführer in Verbindung gebracht zu werden und befürchtet nicht zwingend einen Imageschaden. Vielmehr fände man es wohl zum jetzigen Zeitpunkt einfach unpassend, Vitali Klitschko beim Seilspringen zu präsentieren. (sis)
 

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