Protest gegen Tamedia-Sozialplan
Mitarbeitende von Landbote, Zürichsee-Zeitung und Zürcher Unterländer haben den Konzern-Vertretern der Tamedia eine Petition überreicht. Sie fordern die Anwendung eines Sozialplans von 2009.
Bei der Aktion waren rund laut Angaben von Impressum rund 100 Personen aus allen Standorten anwesend. Vor dem Redaktionsgebäude des Landboten in Winterthur überreichten sie Ueli Eckstein, Leiter Regionalmedien Deutschschweiz bei Tamedia, eine Petition. Darin fordern sie, dass bei den geplanten Entlassungen der Sozialplan aus dem Jahr 2009 zur Anwendung kommen soll. Dieser wurde für Tages-Anzeiger-Angestellte ausgehandelt.
Der vorliegende Sozialplan für die Regionalzeitungs-Mitarbeiter sei dramatisch schlechter. So seien etwa alle Abgangsentschädigungen und Ausgleichszahlungen zu den Taggeldern gestrichen worden. Die Petition wurde laut Impressum und Syndicom von 443 Personen unterschrieben, darunter zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus weiteren Tamedia-Standorten.
25 Vollzeitstellen werden gestrichen
Bei Tamedia nimmt man den Protest zur Kenntnis, betont aber, dass der vorliegende Sozialplan nicht mit bisherigen Leistungen verglichen werden dürfe. Der Sozialplan aus dem Jahr 2009 sei für den Tages-Anzeiger ausgehandelt worden und könne nicht auf andere Redaktionen übertragen werden. An den Standorten Stäfa, Bülach und Winterthur werden insgesamt 25 Vollzeitstellen abgebaut. Kündigungen werden voraussichtlich in den kommenden Wochen ausgesprochen.
Kritik von Impressum und Syndicom
Man müsse sich fragen, ob der Konzern seine Verantwortung für den Medienplatz Winterthur und eine gesunde Zeitungsdichte wahrnehmen will oder ob es weiterhin nur um die reine Renditesteigerung geht, heisst es in einer Mitteilung von Syndicom und Impressum vom Mittwoch. Es gäbe keinen Grund, warum die jetzt in ihrer Substanz angegriffenen Redaktionen schlechter behandelt werden sollten. Zumal Tamedia ihre Gewinne in den seither verstrichenen Jahren fortwährend gesteigert habe.

