Zu guter Letzt: Angst ist ein guter Verkäufer
Die Agentur John St. geht neue Wege, um Werbebotschaften in die Köpfe der Endkunden zu hämmern: Traumatische Erlebnisse sorgen für bleibende Erinnerungen.
Es geht darum, Menschen in die stärkste Emotion – Angst, nicht Liebe – zu versetzen und sie bei der Auflösung mit der passenden Werbebotschaft zu konfrontieren. Ehepaare werden im Schlaf überfallen, Müttern das Baby gestohlen – um im Moment von Verzweiflung, Angst und Verstörung die erlösende Botschaft zu kommunzieren. Das durch die Angst ausgelöste Adrenalin verankere die Marke direkt ins Hirn, so die Erklärung. «Fear works. It's the easiest way to get Attention.»
Das Ganze ist natürlich eine ironische Persiflage der Agentur auf die in Mode gekommenen viralen Schockvideos mit der versteckten Kamera, die auch in dieser Rubrik zu Stammgästen geworden sind (zum Beispiel Telekinese, Weltuntergang, Spiegel, Make-Up, Freund, Lift). Man bringe das Ganze auf das «Next Level», da bei besagten Clips ohnehin alle Beteiligten – also auch die Opfer – Schauspieler seien. Alles echt: Nicht nur echte Schauplätze und Opfer, sondern auch echte Kriminelle, die mitwirken. Der augenzwinkernde Seitenhieb Richtung Konkurrenz dürfte dann auch das einzige an «exFEARiental» sein, das ernst gemeint ist. (hae)
