Der Motz von Butz: Der erbärmliche Zustand der Werbung!

Am Samstag, 16. November, widerspiegelte sich die Angsthasen-Strategie der Werbung anhand all dieser Plakate, ausgehängt an der bekannten Mauer an der Zürcher Weinbergstrasse. Von Theophil Butz

Um was es hier geht: Diese Plakate sind zu Fuss nur über die 15 Meter breite Strasse zu betrachten. Die meisten der angesprochenen Konsumenten sitzen aber im Tram oder im Auto. Sie haben also höchstens zwei Sekunden Zeit, um die Messages mitzubekommen. Die hier verkleinerten Plakate mit einer Höhe von ca. 20 mm entsprechen verhältnismässig einem in Wirklichkeit montierten Poster von 2 Metern Höhe. Um in einer Sekunde eine Plakatidee zu verstehen, sollte die Werbefläche auf die entscheidende Idee reduziert werden. Wenn Sie es also schaffen, Ihre Message auf diesen briefmarkengrossen Feldern unterzubringen, dann haben Sie die Werbung verstanden (und werden nicht mehr angemotzt). Ein uralter Trick, aber bewährt.

Meine Theorie: All diese Plakatgestaltungen beinhalten verschiedene Informationen bis hin zu kleingedruckten Texten für Eulen, aber nicht lesbar für Menschen. Als Gestalter fällt auch auf, dass alle Ele mente etwa die gleichgrosse Fläche einnehmen. Wer n diesen Beruf gelernt hat und nicht nur InDesign beherrscht, weiss, dass immer ein Teil, das Bild, die Headline, der Weissraum oder das Logo über 60 Prozent der Fläche einnehmen müssen, um so die Hauptbotschaft oder das Augenmerk auf den Beschauer zu richten.

Diese Mediaplatzierungen an der Weinbergstrasse kosten für 14 Tage eine Unsumme Geld. Meiner Meinung nach eine Unsumme zu viel. Plakate sind aber nicht das alleinige Medium mit der Werbekrankheit, möglichst viele Botschaften zu übermitteln. TV, Flyers, Inserate und Prospekt – alle leiden an diesem Virus. Der Aufsteller der Woche ist, dass Pierre C. Meier mir nächste Woche für meine Motze ab Januar versprechen wird, 17,65% mehr Honorar zu bezahlen. (Soso! Anmerkung der Redaktion.)

Unbenannt-4_18
Die Grossplakate hingen gleichzeitig an der Wand der Zürcher Weinbergstrasse. Fast ausschliesslich überfrachtete, oberflächliche und humorlose Botschaften. So kann es nicht weitergehen!

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch
Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Der Motz von Butz: Der erbärmliche Zustand der Werbung!

Am Samstag, 16. November, widerspiegelte sich die Angsthasen-Strategie der Werbung anhand all dieser Plakate, ausgehängt an der bekannten Mauer an der Zürcher Weinbergstrasse. Von Theophil Butz

Um was es hier geht: Diese Plakate sind zu Fuss nur über die 15 Meter breite Strasse zu betrachten. Die meisten der angesprochenen Konsumenten sitzen aber im Tram oder im Auto. Sie haben also höchstens zwei Sekunden Zeit, um die Messages mitzubekommen. Die hier verkleinerten Plakate mit einer Höhe von ca. 20 mm entsprechen verhältnismässig einem in Wirklichkeit montierten Poster von 2 Metern Höhe. Um in einer Sekunde eine Plakatidee zu verstehen, sollte die Werbefläche auf die entscheidende Idee reduziert werden. Wenn Sie es also schaffen, Ihre Message auf diesen briefmarkengrossen Feldern unterzubringen, dann haben Sie die Werbung verstanden (und werden nicht mehr angemotzt). Ein uralter Trick, aber bewährt.

Meine Theorie: All diese Plakatgestaltungen beinhalten verschiedene Informationen bis hin zu kleingedruckten Texten für Eulen, aber nicht lesbar für Menschen. Als Gestalter fällt auch auf, dass alle Ele mente etwa die gleichgrosse Fläche einnehmen. Wer n diesen Beruf gelernt hat und nicht nur InDesign beherrscht, weiss, dass immer ein Teil, das Bild, die Headline, der Weissraum oder das Logo über 60 Prozent der Fläche einnehmen müssen, um so die Hauptbotschaft oder das Augenmerk auf den Beschauer zu richten.

Diese Mediaplatzierungen an der Weinbergstrasse kosten für 14 Tage eine Unsumme Geld. Meiner Meinung nach eine Unsumme zu viel. Plakate sind aber nicht das alleinige Medium mit der Werbekrankheit, möglichst viele Botschaften zu übermitteln. TV, Flyers, Inserate und Prospekt – alle leiden an diesem Virus. Der Aufsteller der Woche ist, dass Pierre C. Meier mir nächste Woche für meine Motze ab Januar versprechen wird, 17,65% mehr Honorar zu bezahlen. (Soso! Anmerkung der Redaktion.)

Unbenannt-4_18
Die Grossplakate hingen gleichzeitig an der Wand der Zürcher Weinbergstrasse. Fast ausschliesslich überfrachtete, oberflächliche und humorlose Botschaften. So kann es nicht weitergehen!

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch
Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

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