Zu guter Letzt: PR-Interview 2.0
Die Deutsche Bank gibt ungern Interviews. Und wenn, dann liefert sie vorab nicht nur die Fragen, sondern auch gleich die Antworten pfannenfertig. Ein Fall für Martin Sonneborn.
Wie sich viele Kommunikationsverantwortliche ihren ehemaligen Beruf vorstellen, bestätigt ein Beitrag der «Heute-Show» von ZDF-Aussenreporter Martin Sonneborn. Den meisten Menschen ist der ehemalige Titanic-Chefredaktor und Die Partei-Mitgründer Sonneborn ein Begriff. Der Deutschen Bank scheinbar nicht. Dass sie eines ihrer seltenen Interviews gerade ihm gewährte, scheint aus PR-Sicht grob fahrlässig. Die Voraussetzung für das Gespräch: Das Interview musste exakt so geführt werden, wie es im Voraus von der Deutschen Bank pfannenfertig geliefert wurde. Jede Frage ausformuliert, jede Antwort ausformuliert.
«Ich sollte also für die Bank die Hauptrolle in einem gefakten Interview spielen. Die Deutsche Bank hatte verdammtes Glück – so etwas gehört nämlich zu meinen Spezialgebieten», so Sonneborn im Vorspann des entspannten Gesprächs. Film ab. (hae)
