Le Temps: Ringier und Tamedia planen Verkauf
Ringier und Tamedia suchen bis Juni 2014 einen Käufer für die Tageszeitung Le Temps. Sollte kein überzeugendes Angebot eingehen, wollen sie den Kauf der Beteiligung des anderen prüfen. Ein Tauschgeschäft mit der Le Matin ist kein Thema.
Ringier und Tamedia halten je 46,2 Prozent an Le Temps. Eine Vereinigung der Redaktion hält 2,4 Prozent, die französische Zeitung Le Monde 2,1 Prozent und der Genfer Bankier Claude Demole 3,05 Prozent. Mit einem starken Mehrheitsaktionär würden angesichts der strukturellen Herausforderungen der Medienbranche die besten Voraussetzungen für den Fortbestand und die Weiterentwicklung geschaffen, teilten Ringier und Tamedia am Dienstag gemeinsam mit.
Der Käufer soll sich der Bedeutung der Tageszeitung für die Romandie bewusst sein und den Mitarbeitenden eine Perspektive bieten können. Das Angebot gilt bis im ersten Halbjahr 2014, wie Christoph Zimmer, Leiter der Unternehmenskommunikation von Tamedia, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.
Kein Tauschgeschäft mit Le Matin
Zur Wirtschaftlichkeit des Qualitätsblattes hielt Zimmer fest, dass es «keinen Verlust» schreibe. Im Sommer kamen Gerüchte auf, dass Ringier und Tamedia einen Tausch ihrer Beteiligungen an Le Temps und Le Matin planen würden. Ein Verkauf oder ein Tausch von Le Matin sei jedoch «kein Thema», sagte Zimmer am Dienstag. Die Boulevardzeitung Le Matin gehört vollständig Tamedia. Die Zeitung Le Temps entstand 1998 aus der Fusion der Tageszeitungen Journal de Genève et Gazette de Lausanne und Le Nouveau Quotidien. Die gedruckte Ausgabe verfügt gemäss den letzten Zahlen über 115'000 Leserinnen und Leser. Die Auflage beläuft sich auf 39'716 Exemplare. (SDA)
