Kritik der Quoten
Eine neue Stimme erhebt sich aus dem Quotendebakel: Der langjährige SRG-Forschungsleiter und Telecontrol-Erfinder Matthias Steinmann kommentiert die verfahrene Situation um das neue Panel und sieht einen möglichen Ausweg.
Da bereits vier Monate vergangen seien, ohne dass der Markt die neue Fernsehforschung umfassend anerkannt habe, gestatte er sich ohne Auftrag und ohne rechtliche Relevanz zu den veröffentlichten Expertisen und Gutachten einige persönliche Gedanken und Hinweise, schreibt Steinmann. Das Schreiben ist gemäss Medienwoche.ch eine Stellungnahme, die er ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftspartnern hat zukommen lassen. Es sei ohne Wissen Steinmanns auf einem Blog veröffentlicht worden. Matthias Steinmann bestätigte zwar die Autorschaft gegenüber der Medienwoche, wollte aber weiter keine Stellung nehmen.
Das Ganze sei das Ergebnis einer falschen Strategie – mit einer neuen Firma und einer komplett neuen Methode bei null zu beginnen. Besser wäre es gewesen, sein Telecontrol zu verwenden – sagt er nicht explizit, aber meint er wohl in seinem 10-seitigen Dokument. Als möglichen Ausweg sieht Steinmann den Abbruch des Messsystems. Denn nach Steinmanns Beobachtungen sind die wissenschaftlichen Grundvoraussetzungen einfach nicht erfüllt. Es könne schlicht nicht das gemessen werden, was zu messen vorgegeben werde. Daher erachtet Steinmann die erhobenen Daten weder als verlässlich noch als ausreichend valide.
Die Argumentation von Mediapulse, dass die alten Daten nicht mit den neuen Zuschauerzahlen verglichen werden können (Werbewoche-Interview mit Manuel Dähler, Direktor von Mediapulse) durchkreuzt Steinmann mit der einfachen Behauptung, dass Fachleute durchaus solche Vergleiche durchführen könnten.
Für das «Desaster, anders kann man es nicht bezeichnen» sieht Steinmann einen möglichen Ausweg in einem schnellen Ende: «Persönlich stelle ich mir die Frage, ob nicht ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen wäre. (uma/medienwoche)
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