Zu guter Letzt: «Arschloch-Reglement bei SRF»
In der Film-Sendung «Box Office» hat SRF Geschlechtsteile von Frauen gezeigt, jene von Männern aber verdeckt. Das Wort «Arschloch» wird bei SRF dank Zensur-Pfeife zum «Piip»-Loch – so funktioniert das «Arschloch-Reglement» bei SRF.
Kritisiert hat die sexistische Prüderie auf SRF TV Infosperber.ch am Dienstag. In einem TV-Beitrag über Ulrich Seidls Film «Paradies Liebe» wird die traurige Komik europäischer Sex-Touristinnen in Afrika thematisiert. SRF hat das zum Anlass genommen, eine absurde Form der Prüderie mit Schildchen zum Ausdruck zu bringen. Während die Hauptdarstellerin splitternackt auf einem Bett liegt, schwebt über dem Penis ihres auf dem Sofa sitzenden schwarzen Liebhabers ein Schildchen mit der Aufschrift «Box Office SFR Kultur». Infosperber.ch vermutet dahinter nicht nur peinliche Prüderie, sondern gleich üblen Sexismus oder gar Rassismus. «Der Geschlechtsteil eines schwarzen Mannes ist schockierend, darum sofort TV-Logo drüber, wohingegen er bei der weissen Frau kein Problem ist», heisst es da. Man könnte den Patzer aber auch geradesogut als Fehlleistung der Sitten-Wächter unseres Gebühren-Fernsehens bezeichnen, die wohl die Grenzen zwischen Sex-/Porno-Film, Kinderschutz und Besprechung eines Films mit nackten Inhalten nicht so ganz finden konnten. Liest man jedoch die Kommentare zum Filmtrailer auf Youtube, nimmt man es dem «SRF-Zensur-Komitee» nicht mehr ganz so übel, dass auch sie leider die Aussagen des Filmes nicht erfasst haben und mit dem Zensur-Block mitten im Klischee landen, obwohl der Film genau dort nicht ansetzen wollte.
In diese Sparte könnte man dann auch den zweiten SRF-Zensur-Patzer ablegen. Da werden «Arschlöcher» im Beitrag über den Film «Die Vermessung der Welt» dank der SRF-Zensur-Pfeife zu «Piip»-Löcher, während im selben Box Office das Wort «Füdle-Tätsch» unbeachtet über den Sender geht. Nicht ganz unberechtigt erscheint nun im grossen Zusammenhang die Infosperber-Namensgebung «Arschloch-Reglement» bei SRF TV. (uma)
