Zu guter Letzt: Die suspendierte Kreditkarte
Laut EU beläuft sich der weltweite Schaden durch Internetkriminalität auf 350 Milliarden Franken pro Jahr. Ein Schreiben der GE Money Bank, das der Werbewoche.ch-Redaktion ins Haus flatterte, wird diesen Betrag wohl nicht signifikant erhöhen.
Unter dem Titel «Urgent – Ihre Karte wird suspendiert!» erreichte uns heute dieses Mail im Namen der GE Money Bank:
Ihre Kreditkarte wird aufgrund GeMoney wichtigsten Begriffe werden verändert ausgesetzt. So aktivieren Sie Ihre Karte müssen Sie das angehängte Dokument herunterladen und ausfüllen Die GeMoney Sicherheit Datei, um die legitimen Kontoinhaber zu überprüfen. Ihre Karte wird automatisch aktiviert, nach der Sicherheitskontrolle Details bestätigt. Wir würden uns überlegen Beendigung Ihres Zugriffs auf Ihre gespeicherten Fonds, wenn Sie der rechtmäßige Inhaber dieses Kontos zu überprüfen gescheitert.
Man wird beinahe wehmütig, wenn man an die originellen Abenteuergeschichten zurückdenkt, die sich die Internet-Mafia früher einfallen liess. Von verschollenen Onkeln, geflüchteten Generälen, eingefrorenen Vermögen und verlockenden Beteiligungen war die Rede. Lotto-Gewinne mussten in Spanien abgeholt und Holzöfen in der russischen Provinz finanziert werden. Das Ganze war in einer Sprache verfasst, die als solche erkennbar war. Im Beispiel oben wurde wahrscheinlich nicht einmal Google Translate um Rat gefragt. Das wäre wohl zu viel verlangt, wenn man eine vermeintlich lukrative Betrügerei an Millionen von Empfängern versendet. Trotzdem scheint es Menschen zu geben, die sich durch das dilettantische Schreiben verunsichern lassen. GE Money Bank warnt auf der Website: «Momentan erhalten einige unserer Kunden eine Phishing-E-Mail-Anfrage zur Konto-Verifizierung. Bitte ignorieren Sie diese E-Mail und löschen Sie diese ungeöffnet».
Thomas Häusermann
