Kein Runder Tisch zur Rettung der Paulusdruckerei
Das Schicksal der Paulusdruckerei in Freiburg scheint besiegelt: Nach einer Absage von Seiten der Freiburger Nachrichten verzichtet die Freiburger Regierung darauf, einen Runden Tisch zur Rettung der Zeitungsdruckerei Saint-Paul zu organisieren.
Die Bedingungen für einen erfolgreichen Ausgang der Diskussion am Runden Tisch seien nicht gegeben, schrieb die Regierung am Dienstag an die Adresse der Gewerkschaft Syndicom. Diese und die Personalkommission der Druckerei hatten einen solchen Runden Tisch im Februar von der Kantonsregierung gefordert. Alle betroffenen Parteien sollten daran gemeinsam nach Lösungen für den Erhalt der 50 gefährdeten Arbeitsplätze suchen. Hintergrund ist der Entscheid der Saint-Paul-Gruppe, die Zeitungsdruckerei auf Ende 2014 zu schliessen, weil der wichtigste Kunde, die Freiburger Nachrichten, die Zeitung künftig von Tamedia in Bern drucken lässt (Werbewoche.ch berichtete).
Unterstützt wurden die Betroffenen von 11'500 Freiburgerinnen und Freiburgern, die in einer Petition eine Freiburger Lösung für die Freiburger Zeitungen gefordert hatten. Wie am Dienstag nun bekannt wurde, hält der Verwaltungsrat der Freiburger Nachrichten an seinem Entscheid fest. Die Freiburger Regierung begründet ihre Absage an einen Runden Tisch deshalb mit fehlenden Perspektiven und fehlendem Verhandlungsspielraum.
Die Gewerkschaft Syndicom hält trotz negativem Bescheid an ihrer Forderung fest, wie sie am Dienstag mitteilte. Es könne nach wie vor ein Weg gefunden werden, «der sowohl den Freiburger Nachrichten die geplanten Einsparungen bringt und dem Zeitungsdruck bei St-Paul in den nächsten Jahren das Überleben garantiert». Beides seien Voraussetzungen für eine gesicherte Unabhängigkeit der Freiburger Lokalpresse, «die wir durch die Abhängigkeit vom Mediengrosskonzern Tamedia gefährdet sehen». (SDA)
