Zu guter Letzt: Mit Spass gegen Leukämie
Spenden sammeln ist mühsam. Es sei denn, eine wirklich gute Idee hilft dabei. Pledgeit.org.uk hatte eine.
Pünktlich zur Weihnachtszeit werden die Briefkästen wieder mit Bettelbriefen vollgestopft. Jedes Anliegen geniesst beim genaueren Betrachten seine Berechtigung. Vom schlechten Gewissen getrieben, versucht man, wenigstens dort zu Helfen, wo die Not am grössten ist. Auf dem Weg zur Arbeit wird einem von forschen Studenten erklärt, welch schlechter Mensch man ist, wenn man nicht umgehend eine Mitgliedschaft auf Lebzeiten unterschreibt («Ja haben Sie denn kein Herz für Gehörlose?»). Natürlich hat man ein Herz für Gehörlose – aber gleichzeitig auch eines für Kinderheime, hungrige Kinder und heimatlose Strassenhunde. Und man hat das Gerücht gehört, dass der erste Mitgliederbeitrag komplett in die Tasche der Fundraiser fliesst, ehe endlich das erste mittelländische Seeufer renaturiert wird.
Dabei könnte spenden so einfach sein – würde es Spass machen. Schliesslich sitzt das Portemonnaie locker, wenn es um die freudigen Dinge des Lebens geht (vgl. Ausgang, der). Diese Tatsache hat sich die englische Plattform Pledgeit.org.uk zu Nutzen gemacht: Im Dienste der Leukämieforschung können Personen ihre Freunde auffordern, sonderbare Dinge zu tun, wie Pressetext schreibt. Wird die Aufgabe erfolgreich erfüllt, fliesst ein zuvor festgelegter Betrag in die Kasse der wohltätigen Organisation. Eine karitative Wette – simple Idee, gute Idee. Da die Plattform zusätzlich mit Facebook verknüpft ist, können Herausforderungen geteilt werden. Der erfolgreiche Teilnehmer erhält die Kennzeichnung «pledgent» und steht in seinem sozialen Netzwerk als jemand da, der seine Versprechen einhält. Freunde können ermutigt werden, ebenfalls Geld für eine unterhaltsame Aufgabe beizusteuern. Ob und wie viel entscheidet jeder selbst. Wer eine Aufforderungen erhält, diese jedoch nicht erfüllen will oder kann, löscht sie.
Die Idee ist erfolgreich. So soll jemand durch einen absolvierten Karaoke-Auftritt über 400 Franken in die Kassen der Wohltätigkeit gespült haben. Das Modell soll künftig auch weiteren karitativen Organisationen zur Verfügung stehen und der Spende-Spass auch in weiteren Währungen möglich sein. (hae)

