Webguerillas: Guerilla-Aktionen gegen Menschenhandel

Mit Guerilla-Aktionen bewarb der fiktive Künstler Szuk seine Vernissage. Panini-Bildchen mit Prostituierten lösten grosses mediales Echo aus. Die Agentur erreichte für den Stiletto-Lauf eine hohe Aufmerksamkeit und sensibilisierte für das Thema Menschenhandel.

Angekettete High-Heels an der Zürcher Bahnhofstrasse, überdimensionierte Zweifränkler mit dem Konterfei von Helvetia im Minirock und – passend zur Fussball-EM – Panini-Bildchen mit Prostituierten drauf. In Zürich rätselte man im vergangenen Juni über diese Guerilla-Aktionen. Sämtliche Spuren führten zum ungarischen Künstler Szuk, der auf seiner Website zu einer Vernissage in Zürich einlud.
 

http://www.youtube.com/watch?v=fvu1uDniW6c

Traurige Kunst, die lebt

Der geheimnisvolle Ungare hatte die Werbetrommel nicht vergebens gerührt. Über 200 Besucherinnen und Besucher wollten laut Mitteilung der Agentur wissen, wer Szuk wirklich ist und was er der Öffentlichkeit zeigen will. Und seit der Vernissage muss man lebendige Kunst wohl anders definieren. Auf Podesten, in schummrigem Licht, inszenierte Szuk seine Kunstobjekte: angekettete Frauen, überschminkt und mit Nummern wie Gefangene. Und sie sind Gefangene – darauf will Szuk aufmerksam machen. Hunderte Frauen werden auch in der Schweiz unter schlimmsten Bedingungen zur Prostitution gezwungen.

In der Galerie waren es an diesem Abend Freiwillige, die sich in knappen Kleidern auf High Heels präsentierten. Ein starkes Bild, das wirkte. Fast schon grotesk mutete es an, wie vor der lebendigen Kunst beim Cüpli diskutiert wurde. Auf kleinen Schildern, wo in Museen Angaben zum Künstler und Werk vermerkt sind, fanden die Besucher die schockierende Kurzbiografie der Prostituierten – und ihren Preis.

Hohe Reichweite ohne Media-Budget

Menschenhandel ist eine traurige Realität. Fiktiv ist hingegen der Künstler Szuk. Hinter den Guerilla-Aktionen und der Vernissage mit den lebendigen Kunstwerken stand die Agentur Webguerillas, die für die Organisation Glowbalact zur Teilnahme am ersten Zürcher Stiletto-Lauf aufriefen. Beiträge über die Guerilla-Aktionen und die Vernissage in reichweitenstarken Medien wie Blick am Abend und Tilllate sowie zahlreiche Blog- und Forenartikel sensibilisierten die Menschen zusätzlich für das Thema Menschenhandel.

Mehrere hundert Teilnehmerinnen und Zuschauer solidarisierten sich schliesslich am Lauf mit den Frauen, die ihren Körper für Sex verkaufen müssen. Damit die Erlöse des Anlasses sowie die Spendengelder vollumfänglich den Opfern von Menschenhandel zugute kommen, erfolgte die Arbeit von allen Beteiligten ehrenamtlich.

Verantwortlich bei Glowbalact: Tabea Oppliger (Präsidentin), Sonja De Iaco, Timea Keller. Verantwortlich bei Webguerillas: Conrad Malcher (Creative Director), Daniel Gremli (Konzeption), Norbert Rieger, Anja Schatz, Richard Wegele (Art Direction), Christian Schiller (Public Relations), Tatjana Meichtry (Beratung), Moritz Capelle (Head of Operations and Innovations), Philippe Stuker (Geschäftsführer).

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