Regional-TV: Publikumsnah, unkritisch und PR-lastig
Die 13 konzessionierten Regionalfernseh-Stationen haben laut einer Publicom-Expertenbefragung zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Das aktuelle Regionalfernsehmodell ermögliche keine befriedigenden Leistungen. Gewünscht wird eine starke Konkurrenz zur SRG.
Eine im Mai publizierte Publicom-Studie kam zum Schluss, dass regionales Fernsehen in der Schweiz, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ohne öffentliche Gelder nicht überlebensfähig ist. Die Mehrheit der DELPHInarium-Experten beurteilt daher das aktuelle Modell skeptisch. Für eine Erhöhung der Gebührengelder können sich nur wenige erwärmen, mehr Schubkraft würden sie sich von einer «echten, privaten Konkurrenz zur SRG» erhoffen. Die publizistischen Leistungen der kleinen ressourcenschwachen Stationen werden nämlich zwiespältig beurteilt: Zwar bieten sie publikumsnahe, eigenständige Inhalte und ansprechende Information. Die Programme sind aber auch PR-lastig, bieten kaum Unterhaltung und sind weder kritisch noch innovativ.
Immerhin attestieren die befragten Experten dem Regionalfernsehen noch Potenzial im Werbemarkt. Bis 2017 soll deren Anteil am Fernsehwerbemarkt von bisher sieben auf neun Prozent zunehmen.



(Teaserbild: Keystone)
