Zu guter Letzt: Das SMS als Retter der Sprache

Exzessives Schreiben von Kurznachrichten fördert die Verblödung der Jugend. Dieses These kursiert, seit es Handys gibt. Doch nun beweist eine Studie das Gegenteil.

Im Jahr 2007 wurde die Behauptung gar wissenschaftlich untermauert: Eine vom irischen Bildungsministerium in Auftrag gegebene Studie ergab, dass das Schreiben von SMS für die immer grösser werdenden sprachlichen Defizite der irischen Jugend verantwortlich sei. Schuld gab man dem SMS dabei vor allem an der von Jahr zu Jahr schlechter werdende Ausdrucksfähigkeit sowie am hölzernen, abgehackten Stil vieler Jugendlicher.
Doch nun hat das SMS als Sündenbock ausgedient: Die britische Psychologin Clare Wood hat nämlich Folgendes herausgefunden: Kinder, die SMS über ihr Handy verschicken und dabei sehr häufig Kürzel wie LOL oder plz verwenden, haben weniger Probleme beim Lesen und Schreiben der regulären Sprache als andere Kinder. Es gebe insgesamt einen derart engen Zusammenhang, dass von der Nutzung von Abkürzungen auf die Fähigkeit, Sprachmuster zu entdecken, einzugrenzen und zu verändern, geschlossen werden müsse. Eine Tendenz zu mehr Lese- und Schreibproblemen sei zwar insgesamt unter Kindern vorhanden – aber nicht wegen, sondern trotz der Nutzung von Kurznachrichten. Nun muss wohl oder übel ein neuer Schuldiger für die Verkümmerung der Sprache gefunden werden – das SMS jedenfalls ist fein raus.

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