Zu guter Letzt: Wenn das Valentinstag-Interview aus den Rudern läuft

Es hätte eigentlich nur eine kleine Umfrage zum Valentinstag werden sollen – wie sie diese Tage von fast jedem Lokalsender durchgeführt wird. Doch es kam alles ganz anders.

Er habe doch bestimmt eine Liebste oder einen Liebsten zu Hause, eröffnet die junge Reporterin das Gespräch mit einem älteren Passanten. Dies lässt sich der Herr nicht gefallen. Er weise diese Unterstellungen zurück, kontert er. Es handle sich um einen journalistischen Trick. Solche Unterstellungen dürften in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vorkommen. Und was dann folgt, könnte glatt ein Ausschnitt aus einem guten Kabarett sein – da lässt sich der Mann über das Diktat des Datums, das Zittern des Globus und die Neurosen der Reporterin aus. Die amerikanischen Feiertage im Allgemeinen gehen ihm gegen den Strich, das Schaltjahr regt ihn ebenfalls auf, und die Öffnungszeiten der Banken sowieso.

Der Youtube-Clip wurde bereits weit über 500‘000 Mal aufgerufen. Wer nun denkt, der Mann sei ein Schauspieler, liegt falsch. Auf Anfrage von Spiegel.de versicherte der Lokalsender TV Leipzig, der Herr sei ein normaler Passant gewesen, den die Reporterin, ihrerseits Werkstudentin, bei ihrer Strassenumfrage zufällig vors Mikrophon bekommen habe. Ihm ein regelmässiges Programmplätzchen für seine Tiraden anzubieten, habe man nicht ernsthaft erwogen – man wisse nicht einmal, wie der Mann heisse.
 

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