Zu guter Letzt: Die Copy-Paste-Sünde
Der Vatikan hat kürzlich 22 Kardinäle gekürt. Für die PR-Abteilung scheinbar ein paar zu viele. Denn die Biografien, die der Pressemitteilung beilagen, wurden teilweise bei Wikipedia abgeschrieben – ohne Quellenangabe.
Aufgedeckt hat den päpstlichen Copy-Paste-Skandal gemäss Spiegel.de ein italienischer Blogger. Ihm war aufgefallen, dass in den Biografien einige der Kardinäle als «katholische Priester» eingeführt wurden – wohl für den Fall, dass jemandem nicht klar sein sollte, dass der Papst katholisch ist. Ausserdem kommt die Vatikan-Pressestelle in der Beurteilung des frisch ernannten Kardinals Willem Jacobus Eijk zur Erkenntnis, dass der ehemalige Erzbischof sehr zum Konservatismus neige, vor allem beim Thema Abtreibung und Homosexualität …
Peinlich, peinlich. Aber seien wir nachsichtig mit den päpstlichen PR-Leuten. Schliesslich umfasst das Vatikanische Geheimarchiv immerhin 180‘000 Manuskripte, 1,6 Millionen Bücher, und 85 Regalkilometer Akten. Da ist es doch um einiges bequemer, kurz Wikipedia zu konsultieren.
Mit dem Vorwurf der Copy-Paste-Sünde konfrontiert, meinte ein Vatikan-Sprecher übrigens, dass die Biografien nur als Handreichungen für die Pressestellen des Vatikans gedacht gewesen seien. Er und sein Team seien zu spät über die Liste der Kardinäle informiert worden. Auf der Website des Vatikans habe man zwischenzeitlich natürlich selbst verfasste Biografien veröffentlicht.
