Zu guter Letzt: Filesharing als Religion

Die Nutzung von Internet-Tauschbörsen ist in Schweden nun ganz offiziell Glaubenssache: Die «Missionierende Kopimisten-Gemeinschaft» wurde von der zuständigen Behörde als eingetragene religiöse Gemeinschaft anerkannt.

Entsprungen ist die Idee der Kopimisten gemäss Spiegel.de bei einem 19-jährigen schwedischen Philosophie-Studenten, seinerseits bekennender Online-Pirat und Filesharer. Er versucht seit 2010, die schwedischen Behörden unter anderem davon zu überzeugen, dass er und seine Mitgläubigen die Tastenkombinationen Ctrl+C und Ctrl+V als religiöse Insignien betrachten, dass sie als religiöses Symbol eine Pyramide mit einem grossen C verwenden und dass jeder Ort ein religiöser Ort sein kann, wenn dort eine kleine Kopimisten-Pyramide aufgestellt wird, die symbolisiert: «Hier wird kopiert und verbreitet.» Und dass er und seine Anhänger tatsächlich an die sechs Kopimisten-Gebote glauben:

1. Die Vervielfältigung von Informationen ist ethisch richtig.
2. Die Verbreitung von Informationen ist ethisch richtig.
3. Der Remix ist heiliger als die perfekte digitale Kopie, weil der Remix eine Kreuzkopie vieler Informationen ist.
4. Das Kopieren oder Remixen von Informationen einer anderen Person ist eine Respektsbekundung, eine starker Ausdruck von Akzeptanz und des kopimistischen Glaubens.
5. Das Internet ist heilig.
6. Code ist Gesetz.

Endlich hat der Student nun also sein Ziel erreicht und die Behörde von seinem Glauben überzeugt. Aber natürlich bedeutet die Anerkennung als religiöse Gemeinschaft nicht, dass jeder Kopimist wie wild am Urheberrecht vorbeikopieren kann – religiöse Pflichten hin oder her: Gesetz bleibt Gesetz.
 

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