Zu guter Letzt: Time kürt Demonstrant zur «Person des Jahres»

Das Nachrichtenmagazin Time hat die Protestbewegung rund um den Globus gewürdigt. So hat die New Yorker Zeitschrift bei seiner Wahl der «Person des Jahres» am Mittwoch eine anonyme Person vorgestellt: «Der Demonstrant».

Die Time würdigt mit dem Titel «Person des Jahres» denjenigen Menschen, der das auslaufende Jahr am meisten geprägt hat. Ein Jahr, nachdem sich ein tunesischer Gemüseverkäufer aus Protest gegen die Lage in seinem Land selbst angezündet hatte, habe sich die Bewegung über den Nahen Osten nach Europa und die USA ausgedehnt, die globale Politik verändert und die Macht des Volkes neu definiert, erläuterte die Time die Entscheidung gemäss SDA. Es sei bemerkenswert, wie viel die Spitzen der Protestbewegungen gemein haben, hiess es in der jüngsten Ausgabe des Magazins weiter. Überall seien sie zum grossen Teil jung, der Mittelklasse zugehörig und gebildet. Fast alle Bewegungen dieses Jahres hätten unabhängig von bestehenden politischen Parteien oder oppositionellen Gruppen begonnen.

«Der Demonstrant» wird von der Time auf ein Siegerpodest gestellt, auf dem schon US-Präsident Barack Obama, George W. Bush, Bono von der Rockgruppe U2 sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos standen. Diese haben es in den Jahren zuvor auf das Deckblatt der traditionellen «Person of the Year»-Ausgabe im Dezember geschafft. Vor einem Jahr war der Titel an den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gegangen. Unter den anderen Kandidaten dieses Jahres waren der chinesische Künstler Ai Weiwei und Kate Middleton, die Frau von Prinz Williams. Der Grund den die Times für diese Wahl angibt: «Überall in der Welt glauben die Demonstranten von 2011, dass das politische System und die Wirtschaft in ihrem Land nicht mehr funktioniert und korrupt ist, dass sie sich zu Schein-Demokratien entwickelt haben, die den Reichen und Mächtigen dienen und echte Veränderungen blockieren». Der Time-Chefredaktor Rick Stengel fügt hinzu, dass die breitesten Berichte von 2011 mit den Demonstranten zu tun hatten. «Sie leisteten Widerstand, stellten Forderungen, ohne aufzugeben, selbst wenn die Antwort in Form einer Tränengaswolke oder eines Kugelhagels kam.»
 

More articles on the topic