Zu guter Letzt: Wie man überschüssiges Geld parkt
Die Umsätze sind bei Nespresso in den letzten Jahren derart explodiert, dass sie mit den Budget-Richtlinien des Nestlé-Konzerns nicht mehr in Einklang zu bringen waren. Weil zum Beispiel so viel Fernseh-Werbung bezahlt wurde, dass der ORF das alles gar nicht mehr senden konnte, parkte der Geschäftsführer von Nespresso Österreich das Geld in einer Familien-eigenen PR-Firma.
Ein Vorgesetzter habe ihm empfohlen, das überschüssige Geld zu parken. Dies sagte der Geschäftsführer von Nespresso Österreich gemäss Tagesanzeiger.ch am Dienstag im Wiener Straflandesgericht. Keiner hätte mehr gewusst, wohin mit der Kohle. Schliesslich konnte der Geschäftsführer sein Luxusproblem lösen. Er gründete unter dem Namen seiner Ehefrau zum Schein eine PR-Agentur. Über diese wurden unter Zwischenschaltung einer weiteren Firma am Papier Geschäfte mit dem Kaffee-Portionierer abgewickelt. Der Manager von Nespresso Österreich soll seinem Geständnis zufolge die Rechnungen mit ungerechtfertigten Aufschlägen versehen haben und der Firma seiner Frau grosszügige Erfolgsprovisionen zugeschanzt haben. Wie der Tages Anzeiger weiter schreibt, fanden die vorgeblichen Event-Veranstaltungen, Vorführungen, Promotoren- Schulungen und Gewinnspiele zum grössten Teil gar nicht statt.
Die Beute der Schein-PR-Firma belief sich auf 2.7 Millionen Euro. Diese seien zur Gänze verbraucht. Gemäss dem Geschäftsführer von Nespresso Österreich hätte man durchaus gelebt, sei gereist, habe teure Geschenke für Geschäftspartner und das eine oder andere teure Pferd erstanden. Wie sollte da auch noch Geld übrig bleiben, um ein paar der vorgeblichen PR-Veranstaltungen durchzuführen?
