SF: Gegen eigene Leitlinien verstossen?

Am Montag tritt Cédric Wermuth, der im Kanton Aargau für den Nationalrat kandidiert, in der SF-Talksendung «Schawinski» auf. Damit verstosse das Schweizer Fernsehen gegen seine eigene Richtlinien, meint die NZZ am Sonntag.

In den publizistischen Leitlinien heisst es im Kapitel «Wahlen und Abstimmungen» gemäss NZZ am Sonntag, vor Wahlen seien Auftritte von Kandidaten in Unterhaltungs-, Talk- und Sportsendungen nicht zulässig. Solche Auftritte würden meist ein grosses Profilierungspotenzial bergen. Ausgenommen seien fachlich begründete Auftritte. So könne der Präsident eines Fussballclubs die Entlassung des Trainers begründen, auch wenn er für den Nationalrat kandidiere. Bis zum 23. Oktober sollen keine Kandidaten mehr ohne «zwingenden Grund» in Sendungen auftreten, wie SF-Chefredaktor Diego Yanez seinen Mitarbeitern mitteilte.

Für den Auftritt Wermuths gebe es keinen «zwingenden Grund», schreibt die NZZ am Sonntag. Wermuth sei zurzeit nicht in den Schlagzeilen – bekomme nun aber die Möglichkeit, sich im Gegensatz zu allen anderen Aargauer Nationalratskandidaten im Fernsehen zu profilieren.

Andrea Hemmi, Medienchefin des SF rechtfertigt den Auftritt Wermuths damit, dass nach den bisherigen Talk-Gästen Peter Spuhler von der SVP und Karin Keller-Sutter von der FDP nun ein Vertreter der SP bei «Schawinski» eingeplant sei.

 

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