Cameron bedauert Einstellung seines früheren Beraters Coulson

Der britische Premierminister David Cameron hat die Einstellung seines umstrittenen früheren Beraters Andy Coulson rückblickend bereut. Dies sagte Cameron während der Sonderdebatte im britischen Parlament.

Wenn er gewusst hätte, was er heute wisse, hätte er den früheren Chefredaktor des Skandalblattes News of the World nicht zum Kommunikationschef seiner Regierung gemacht, sagte Cameron. «Es war meine Entscheidung, und ich übernehme dafür die Verantwortung», sagte Cameron. Er bereue es und es tue ihm leid, dass er damit für so viel Aufruhr gesorgt habe, sagte der britische Regierungschef. Es müsse nun aber erst festgestellt werden, ob Coulson tatsächlich schuldig sei.

Cameron war in die Kritik geraten, weil Coulson während seiner Zeit bei dem Boulevardblatt über die dortigen Abhör- und Bestechungsmethoden Bescheid gewusst haben soll. Coulson war im Januar als Kommunikationschef der Regierung zurückgetreten.

Der Skandal um Bestechungsgelder für die Polizei und tausende angezapfte Telefone bei dem inzwischen eingestellten Blatt von Medienmogul Rupert Murdoch habe das «Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizei und die Presse» schwer beschädigt, sagte Cameron. Deshalb solle der geplante richterliche Untersuchungsausschuss nicht nur die Praktiken bei Zeitungen, sondern auch bei Fernsehsendern und sozialen Medien aufdecken.

Der erste Bericht soll in zwölf Monaten erscheinen. In dem Ausschuss, dem ein Richter vorsitzt, sollen auch frühere Journalisten grosser Medienhäuser sitzen. Zudem will Cameron entschlossener gegen Korruption bei der Polizei vorgehen. Der Abhörskandal werfe Fragen über die Moral und Wertvorstellungen bei der Polizei auf. Er werde nach Möglichkeiten suchen, eine neue Führungsspitze für die britische Polizei zusammenzustellen, sagte der Premier weiter. (SDA)

> Murdoch weist Verantwortung für Abhörskandal zurück

 

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