Leserbrief: Der Motz von Butz vom 1. April 2011
Sehr geehrter Herr Butz Ihren letzten Motz haben wir gelesen. Dabei dachten wir als Erstes an einen Aprilscherz. Beim zweiten Lesen kamen wir zum Schluss, dass es sich, falls überhaupt, um einen schlechten Scherz handelt.
Dies zugegebenermassen aus subjektiver Sicht, als Vertragungsorganisation/Mitglied von swissdirectmail und SwissMail – die private Post und damit auch im Sinne unserer Auftraggeber.
In Ihrem Beitrag regen Sie sich über unadressierte, schlecht gemachte Werbung auf und verkünden, dass Sie Kunden schon vor 20 Jahren empfohlen hatten, besser einen Werbespot fürs Fernsehen zu produzieren statt Prospekte verteilen zu lassen. Eine Aussage von einem ehemaligen Starwerber, die doch sehr erstaunt, da Sie mit diesem «Schrott», wie Sie es despektierlich nennen, sicher auch gutes Geld verdient haben!
Sie sollten eigentlich wissen, dass sich Fernsehwerbung nicht für alle Produkte eignet und sich kleinere und mittlere Unternehmen diese gar nicht leisten können. Viel wichtiger noch: Als Werber ha¬ben Sie es ja in der Hand, die unadressierte Werbung für Ihre Kunden peppig, interessant und spannend zu gestalten, statt sie zu verteufeln. Dazu kommt, dass Sie vielleicht nicht in die Zielgruppe von Vögele, Lidl und Möbel Märki gehören, viele andere Mit¬bürger jedoch schon. Generell lässt sich jedoch auch sagen, dass die unsäglichen und langen Werbeunterbrechungen am Fernsehen viele Zuschauer nerven und deshalb weggezappt werden! Unadressierte und adressierte Werbesendungen haben im Gegensatz dazu den unschlagbaren Vorteil, dass sie angeschaut werden, wenn der geneigte Leser Zeit und Lust dazu hat. So viel zu Ihrem Vorschlag «unterhaltsame Wer¬bung im TV mit Flip und Erfolg».
Bekanntlich hat ja alles im Leben zwei Seiten. Die andere Seite der Werbewurfsendungen ist, dass daran sehr viele Arbeitsplätze hängen – angefangen beim Auftraggeber über Werbeagenturen, Drucke¬reien, die Papierindustrie und Vertragungsorganisa¬tionen. Mit Ihrem Aufruf zum Boykott von Streu¬werbung werden in der Folge zahlreiche Arbeitsplät¬ze in der Schweiz verloren gehen. Was kaum im Sinne aller involvierten Parteien sein wird.
Zu guter Letzt noch ein Wort zu Ihren eingepflanzten Tulpenzwiebeln, die sich nun hoffentlich zu ausgewachsenen Tulpen entwickelt haben und Ihnen viel Freude bereiten. Statt diese im Internet (direkt aus Holland?) zu bestellen, schlagen wir Ih¬nen vor, nächstes Mal in der Gärtnerei oder einem Fachmarkt in Ihrer Nähe vorbeizuschauen und da¬mit Anbieter der Region zu unterstützen, die übri¬gens ihr Angebot zum Teil auch per Streuwerbung kundtun.
Ihre
AWZ AG
Die Schweizer Direktwerber seit 1895
