Zu guter Letzt: Das Casting, das keines ist
Am Samstag ist die neue Show «Die grössten Schweizer Talente» gestartet. Für den ersten Medienskandal sorgten aber nicht die Kandidaten, sondern das Schweizer Fernsehen SF selber. Offenbar war es nicht ganz einfach, gute Teilnehmer zu finden. So hat das Unternehmen eben etwas nachgeholfen.
Nach dem Aufruf meldeten sich vor allem Gesangstalente beim Sender. Dafür hätte es jedoch kein neues Format gebraucht – eine Neuauflage von «Music Star» hätte gereicht. So fragte SF Künstler und Agenturen an und bettelte um Anmeldungen, wie der Sonntag in Erfahrung gebracht hat. Und noch schlimmer: Man wollte die Teilnehmer entschädigen und versprach ihnen, sie würden von der Jury nicht hämisch kritisiert. Angefragt wurde auch eine Kandidatin, die bereits bei der RTL-Show «Das Supertalent» mitmachte. Man habe die Kandidatensuche aktiv auf möglichst viele Bereiche ausgedehnt, um auch Künstler anzusprechen, die vielleicht über die herkömmlichen Kommunikationswege nicht erreicht würden, wehrte sich Sven Sarbach, Redaktionsleiter Events bei SF. Macht doch Sinn. Zugegeben hat Sarbach ausserdem, dass die Jury ein Briefing erhalten habe. Bei diesem wurde den Juroren unter anderem gesagt, sie sollen die Teilnehmer mit Respekt behandeln. Auch dies irgendwie verständlich. SF ist schliesslich nicht RTL. Da braucht es keinen Dieter-Bohlen-Effekt. Etwas Gutes hat die Sache aber auf alle Fälle: Unter diesen Umständen dürfte es wohl bei dieser einen Staffel bleiben.
