Zu guter Letzt: Wie Medien Staatsmännern zum Verhängnis werden

Gleich zwei europäische Staatschefs sorgen dieser Tage für Medienwirbel – beide nicht direkt wegen ihrer politischen Tätigkeit. Berlusconi hat wieder einmal bei einem Fernsehsender angerufen und in einer Live-Sendung herum gewettert. Sarkozy überraschte auf Facebook mit seinem vermeintlichen Rücktritt.

Erst vergangenen November schaltete sich Berlusconi in eine Politsendung von Rai Tre ein, um seine Sicht der Dinge zu erklären und – schon mal live auf Sendung – über den Moderator zu schimpfen (siehe Video 1). Diesen Montag rief der Regierungschef beim Privatkanal La 7 an, der gerade kritisch über seine Sexaffären berichtete. Den Moderator beschimpfte er als «verachtenswert, abscheulich und widerlich», das Programm aus seiner Sicht ein «ekelhaftes Fernsehbordell» (siehe Video 2). Was soll man dazu noch sagen? Publizität für den Sender. 

Sarkozy sorgte neben seinem ambitiösen Programm für den G20-Vorsitz für weitere Schlagzeilen. Kurze Zeit war auf seinem Facebook-Konto zu lesen, er trete als Präsident zurück. Natürlich falsch, Sarkozy ist nicht der erste Präsident, der seinen Rücktritt über ein soziales Netzwerk ankündigt. Er wurde lediglich Opfer eines Hackerangriffs. Glück im Unglück: Mit der Rechtschreibung stand der Hacker offenbar auf Kriegsfuss. So wurde die Meldung schnell als Ente erkannt und verschwand nach 15 Minuten wieder. Vielleicht führt der Angriff wenigstens dazu, dass Sarkozy seinen Account künftig öfters besucht. Etwas mehr Meldungen könnten nicht schaden. Micheline Calmy-Rey beispielsweise ist da viel fleissiger.

 

 

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