Zu guter Letzt: Die Katze aus Kamerun
Es war einmal ein 19-jähriges Mädchen aus Österreich, das eine Katze haben wollte. Und zwar nicht irgendeine Katze, sondern eine Britische Kurzhaarkatze. Doch die im Internet angebotenen Tiere waren ihr zu teuer wer gibt schon gerne 780 Euro für ein bisschen Knochen, Muskeln, Haut und Fell aus.
Sie hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, jemals eine Katze der besagten Rasse im Arm zu halten. Da wurde sie auf ein Top-Angebot aufmerksam: 100 Euro, inklusive Transport von Kamerun nach Deutschland. Sie wollte sich das Schnäppchen verständlicherweise nicht entgehen lassen und bekundete ihr Interesse an diesem Tier. Und wie es halt so läuft, wenn man eine Katze aus Kamerun kauft, musste das Mädchen zahlen und zahlen, für tierärztliche Gutachten, Papiere und Ähnliches. Natürlich wurde eine Rückzahlung versprochen, sobald die Katze in Deutschland ist. Der Kontaktmann sei so «ungeheuer professionell aufgetreten», wird das arme Mädchen auf Krone.at zitiert. Er habe sogar, man glaubt es kaum, mit Firmenlogos und verschiedenen E-Mail-Adressen gearbeitet. Einmal habe er gar eine Verständigung von Interpol geschickt, dass die Katze nicht weitertransportiert werden könne, da es gerade zu so vielen Tierdiebstählen komme
. Na, bei so viel Seriosität hätte wohl jeder andere Mensch auch Euro um Euro überwiesen, wie es das Mädchen getan hat schlussendlich waren es satte 22051 [sic!] Euro, die auf das Konto des Betrügers einbezahlt wurden. Aber was hätte sie auch tun sollen «als ich merkte, was los ist, da war es schon zu spät.», sagt sie. Wenigstens steht sie nun nicht alleine da: Das ganze Dorf, in dem sie lebt, ist empört über das, was passiert ist. Und auch der Verfasser des Artikels scheint mit dem jungen Mädchen mitzufühlen kein Wort darüber, wie benebelt man geistig sein muss, um a) eine Katze aus Kamerun zu bestellen und b) nicht spätestens nach der zweiten Einzahlung misstrauisch zu werden, und um, wenn es dann schon mal passiert ist, c) zur nächsten Zeitung zu rennen und die Geschichte brühwarm zu erzählen. Damit auch sicher die ganze Welt erfährt, wie naiv man doch ist.
