Ein Spitzenjahrgang für Anzeigen

Schweizer Printmedien erlebten im vergangenen Jahr lauter Höhenflüge im Anzeigenmarkt

Schweizer Printmedien erlebten im vergangenen Jahr lauter Höhenflüge im AnzeigenmarktVon Daniel SchifferleDas Jahr 2000 war für den Anzeigenmarkt ein absolutes Spitzenjahr. Vorab sorgte der boomende Stellenmarkt bei fast allen Titelgruppen für positive Zuwachsraten. Doch obschon der Dezember eher schwach ausfiel, soll die insgesamt erfreuliche Entwicklung auch im angebrochenen Jahr weitergehen.
Der Dezember gehörte im Anzeigenmarkt zu den schwächsten Monaten des vergangenen Jahres überhaupt. Insgesamt büssten die Zeitungen 5,7 Prozent kommerzielle Inserate ein. Und auch die Stelleninserate erzielten mit einem Zuwachs von «nur» 25,6 Prozent ein unterdurchschnittliches Resultat, welches das Minus bei den kommerziellen Anzeigen nicht auszubügeln vermochte.
So beenden die Zeitungen den letzten Monat im alten Jahr mit einem leichten Minus von 0,9 Prozent. Dieses Resultat ist allerdings zu relativieren, denn es sind in der Summe auch weniger Ausgaben erschienen. Ebenfalls negativ schlossen die Zeitschriften (minus 6,2 Prozent), die Anzeiger (minus 12,1 Prozent) und die Landwirtschaftspresse (minus 5 Prozent). Doch diese schleppende Entwicklung am Jahresende kann nicht über das gute Resultat für das gesamte Jahr hinwegtäuschen.
Nur die Landwirtschaftspresse entwickelte sich rückläufig
Als einzige Printkategorie fuhr im vergangenen Jahr die Landwirtschaftspresse ein negatives Resultat ein (minus 8,9 Prozent). Alle anderen erfreuen sich positiver Zuwachsraten. Die Zeitungen verbesserten sich insgesamt um 6,3 Prozent, wobei das Tessin mit einem Plus von 4,7 Prozent unterdurchschnittlich abschloss. Allerdings ist dieses gute Ergebnis zu einem schönen Teil den Stelleninseraten zu verdanken, deren Volumen im Jahr 2000 um 31,2 Prozent zunahm, noch leicht mehr als 1999 (plus 28,4 Prozent).
Ohne die boomenden Stellenanzeigen wäre das Wachstum mit nur 0,6 Prozent hauchdünn ausgefallen. Und dieses ist ausschliesslich den Wochenzeitungen zu verdanken, die 14,3 Prozent mehr kommerzielle Inserate publizierten und mit diesem Topergebnis das Gesamtresultat massiv nach oben zogen. Aber auch bei den Stelleninseraten erzielten die Deutschschweizer Wochentitel dank des neuen Kaderstellenmarkts Executive Plus ein Spitzenwachstum von knapp 200 Prozent.
Ebenfalls stark im Rennen lagen 2000 die Anzeiger. Dank der neuen Pendlerzeitungen kamen sie auf ein Plus von 11,1 Prozent. Jedoch spielte auch hier der Stellenmarkt eine tragende Rolle, waren doch von den gesamthaft 3494 Inserateseiten, die 20 Minuten und Metropol publizierten, über die Hälfte Stellenanzeigen.
Nicht berauschend haben sich im vergangenen Jahr die Zeitschriften entwickelt (plus 4,2 Prozent), wobei man nicht vergessen darf, dass sie ohne den boomenden Stellenmarkt auskommen müssen. Die deutsche Schweiz erzielte mit einem zusätzlichen Titel einen Zuwachs von 5,3 Prozent, die Westschweiz mit ebenfalls einem zusätzlichen Titel hingegen nur ein Plus von 0,4 Prozent. Am besten schnitt dagegen das Tessin ab, das mit seinen beiden Zeitschriften 12,3 Prozent mehr Inserate abdruckte als 1999.
Publicitas-Index erzielte sein bestes Resultat bisher
Über eines können sich jedoch alle Printmedien freuen: Die Zahl der vierfarbigen Inserate hat im Jahr 2000 markant zugenommen, bei den Zeitungen um über 25 Prozent, bei den Zeitschriften um 9,8 Prozent.
Der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse stieg im Jahr 2000 von 124,5 Punkten auf 134,9 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg um 10,4 Punkte oder um rund 200 Millionen Franken. Damit erzielte der Index das mit Abstand beste Resultat überhaupt seit seiner Einführung im Januar 1995.
Nur gerade im vergangenen Jahr war das Wachstum mit einer Zunahme um 9,3 Punkte ähnlich markant ausgefallen wie im Rekordjahr 2000. Einen Rekordanstieg erzielte ebenfalls der Unterindex Stelleninserate, der im Jahr 2000 um 66,4 Punkte auf 320,1 Punkte kletterte. In Geldwerten ausgedrückt flossen den Printmedien aus dem Stellenmarkt rund 140 Millionen Franken mehr zu als im Vorjahr.
Für das laufende Jahr ist die Publicitas optimistisch. Trotz einiger Anzeichen einer Konjunkturberuhigung zeige sich der Werbemarkt dynamisch. Deshalb rechnet die Publicitas mit einer anhaltend guten Entwicklung der kommerziellen Anzeigen auch für das Jahr 2001. Und ebenfalls bei den Stelleninseraten dürfte die Dynamik «auf Grund der niedrigen Arbeitslosenrate» mittelfristig anhalten, schreibt die Publicitas.

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