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Affichage Holding steigert Umsatz auf über 300 Millionen Franken und wirbt im Osten für ihre Plakatstellen

Affichage Holding steigert Umsatz auf über 300 Millionen Franken und wirbt im Osten für ihre PlakatstellenVon Andreas PanzeriNachdem der Umsatz bei der Affichage Holding im letzten Geschäftsjahr um 14,5 Prozent auf 307,6 Millionen Franken geschnellt ist, wird für 2001 nur noch ein Wachstum von 5 Prozent erwartet. Beim Betriebsgewinn hofft die Gesellschaft in drei bis vier Jahren aber trotzdem auf eine Zunahme von 12,8 auf 15 Prozent. Zu einem internationalen Wachstumsmotor soll sich die elektronische Aussenwerbung entwickeln.
«Stolz» zeigte sich Christian Kauter am Pressegespräch zum Geschäftsjahr 2000 der Affichage Holding. Der CEO durfte nicht nur auf das 100-Jahr-Jubiläum der APG zurückblicken. Im Jahr 2000 hat der Schweizer Marktleader für Aussenwerbung bei einer gesamten Erlössteigerung von 14,5 Prozent auch erstmals die «magische Grenze» von 300 Millionen Franken überschritten. 307,6 Millionen Franken erreichte der Umsatz im vergangenen Jahr, wie CFO Ulrich von Bassewitz erläuterte. Die Steigerungsrate des Schweizer Geschäfts liegt bei 14,8 Prozent, die des Europlakat-geschäfts bei 11,1 Prozent. Auf neue Rekordhöhen kletterte auch der Gewinn mit 28,4 Millionen Franken, was einer Zunahme von 18,4 Prozent entspricht.
Das Plakat hat sich damit im Verdrängungswettbewerb innerhalb der Werbeausgaben von über 4 Milliarden Franken im Jahr 2000 «gut behauptet und stets vom Zuwachs profitiert», meinte Kauter. Nach wie vor bedeutend für das Plakatgeschäft zeigt sich dabei die Tabakindustrie mit rund 9 Prozent des Umsatzes.
Das drohende Werbeverbot lässt aber die Plakatkleber bereits nach Alternativen suchen. Eine mögliche neue Goldader könnte die elektronische Aussenwerbung sein. Leicht rückläufig infolge der Fusionen präsentiert sich die Plakatwerbung der Banken. Entwicklungspotenzial für New Business sieht Christian Kauter in der Plakatwerbung für Medien.
Ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft ist der Aufbau eines neuen EDV-Systems. Dieses soll Reservationen für den Kunden massiv erleichtern. Bereits heute bietet die APG als einziges Unternehmen in der Schweiz eine Reservationsmöglichkeit per Internet an. Dieses System würde von den Mediaagenturen bereits rege benützt.
Ausgebaut werden soll im nationalen Bereich ebenfalls die Verkehrsmittelwerbung. Durch die Duo-Pol-Situation in der Schweiz sei man hart gefordert. Neue wichtige Stadtverträge müssen demnächst in Bern, Basel, Lugano und Fribourg ausgehandelt werden. Ob es in Luzern zu einer Ausschreibung kommt, sei noch offen.
Im Raum Zürich hat die APG die Alkon aufgekauft. An die Konkurrenz gegangen ist Bellinzona. Verloren, weil die Plakanda günstiger offerierte, hat die APG auch ihren früheren Prestigeauftrag im Zürcher Flughafen. Das bedeutet einen Umsatzverlust von 700000 Franken. «Die Konkurrenz dürfte aber an diesem Geschäft wenig verdienen», tröstet sich die APG-Crew.
Mit E-Advertising bald in
den schwarzen Zahlen
Grosse Hoffnungen setzt die Affichage-Gruppe in die elektronische Aussenwerbung. Nach dem Aufsehen erregenden Einstieg mit dem europaweit grössten Indoor-Bildschirm im Zürcher Bahnhof erwartet die Firma für das Jahr 2001 mit elektronischen Plakaten in der Schweiz einen Umsatz von rund 4 Millionen Franken. Danach sind jährliche Wachstumsraten von 10 bis 15 Prozent geplant.
Ein Break-even für die neue Tochtergesellschaft E-Advertising ist bereits nach zwei Jahren vorgesehen. Als neue Standorte für E-Boards in der Schweiz werden zurzeit Möglichkeiten geprüft, und zwar in Bern, in der Umgebung des Zürcher Bahnhofs, in Sportstadien, in Genf und Montreux sowie im Hinblick auf die Expo.02 auch in Neuchâtel. Abhängig sind diese Ausbaupläne auch von der demnächst anstehenden Änderung der Signalisationsverordnung.
Im Ausland will Affichage eine Erhöhung der Marktanteile in den zentraleuropäischen Ländern erreichen. «Dabei sein, wenn Firmen gekauft werden können», beschreibt Kauter seine Taktik. Im Ausland operiert die Affichage über ihre 49-Prozent-Beteiligung (mit paritätischer Zusammenarbeit) an der Europlakat International (EPI). In dieser Zusammenarbeit wirken neben der schweizerischen Affichage Holding die österreichische Gewista (neu von JCDecaux, Frankreich, übernommen) sowie die Deutsche Städte-Medien GmbH (DSM) mit. Zurzeit erwirtschaftet die Affichage rund 9 Prozent ihres Betriebsertrags im Ausland, einen wichtigen Anteil davon im früheren Ostblock.
Für das Jahr 2001 strebt Affichage eine Wachstumsrate von 5 Prozent an. Weil viele Investitionen im Bereich Städte-
mobiliar aber inzwischen als abgeschlossen gelten, wird trotzdem eine baldige Zunahme des Gewinns um bis zu 15 Prozent erwartet. Als ganz klare Ziele nannte Kauter: Strukturen anpassen und vereinfachen sowie natürlich weiterhin eine nationale Abdeckung anbieten können. Für 2001 sind keine Preiserhöhungen geplant.
Von der laufenden Untersuchung der Wettbewerbskommission im Zusammenhang mit dem 30-Prozent-Anteil im Besitz von JCDecaux erwartet die Affichage keine Unbill. Die Vinkulierungsbeteiligung bleibt auf 5 Prozent beschränkt.

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