Internet Standard zieht Stecker raus
Fehlende Inserenten zwingen den New-Economy-Titel nach nur zehn Monaten zum Aus
Fehlende Inserenten zwingen den New-Economy-Titel nach nur zehn Monaten zum AusVon Daniel SchifferleDie geplatzte New-Economy-Blase fordert ein weiteres Opfer: Der Internet Standard blieb im Inserenten- wie im Lesermarkt weit unter den Erwartungen und stellt deshalb sein Erscheinen per sofort ein. Die ebenfalls von IDG herausgegebene Computerworld wird die Internetthemen erben.
Wären die Planer doch dieses Mal etwas langsamer gewesen, nur ein halbes Jahr, dann wäre der Titel wohl gar nie auf den Markt gekommen (siehe auch das Editorial auf Seite 2). Der Internet Standard wurde in der Hochblüte des Internethypes geplant. Als er dann am 18. August 2000 erstmals erschien, sass die Krise bereits tief (siehe WW 10/01). Die Börsenkurse vieler New-Economy-Unternehmen hatten ihren Abstieg ins Bodenlose bereits begonnen.
Hans Ueli Kühni, Verwaltungsrat der IDG Internet AG, die den Internet Standard herausgab, erinnert sich noch an die ungetrübte Zeit: «Bei der Lancierung der Zeitung war Internet ein Hype. Der ebenfalls von IDG herausgegebene amerikanische Industry Standard, Mutterblatt und Vorbild für den Internet Standard, war damals dick wie die Bibel, eine so grosse Nachfrage herrschte nach Inserateraum.» Doch das änderte sich rasch.
In den letzten Monaten erreichte der Internet Standard eine verkaufte Auflage zwischen 7000 und 8000 Exemplaren. Laut Kühni gingen davon rund 6000 Exemplare im Abo an die Leser, am Kiosk wurden pro Ausgabe 1000 bis 1400 Exemplare abgesetzt. «Mit der Entwicklung im Lesermarkt waren wir eigentlich zufrieden», sagt Kühni. Doch der Absatz lag weit unter den 17000 Exemplaren, die man gemäss dem ursprünglichen Businessplan bis Ende 2001 generieren wollte.
Inserenten der New Economy sind auf Stand-by Der Hauptgrund für das rasche Aus des New-Economy-Titels liegt, so Kühni, im stockenden Inserentenmarkt. «Der Crash der New Economy hatte zur Folge, dass die Internetfirmen mit ihren Investitionen in Werbung besonders zurückhaltend wurden. Man hat den Eindruck, die New Economy habe beim Inserieren auf Stand-by geschaltet», stellt Kühni fest.
Im letzten Moment hatte man beim Internet Standard noch versucht, das Steuer herumzureissen. Das Rezept wäre gewesen, sich mehr im B2B-Bereich zu positionieren. Doch für dieses Umschwenken auf die erfolgversprechendere Businesswelt hat die Zeit nun nicht mehr gereicht. Wie viel Geld der Internet Standard insgesamt in den Sand gesetzt hat, will Kühni nicht verraten. Er bestätigt aber, dass es sich um einen einstelligen Millionenbetrag in mittlerer Höhe handelt.
Braucht es denn überhaupt ein separates Printprodukt, das sich ausschliesslich dem Thema Internet widmet? «Nein, natürlich nicht», sagt Kühni heute ganz klar. Völlig verschwinden sollen die Internetthemen aber bei IDG nicht. Sie werden laut Kühni in Computerworld integriert. Das ebenfalls wöchentlich erscheinende Heft sollen die Abonnenten des Internet Standard nun als Ersatz erhalten.
Wären die Planer doch dieses Mal etwas langsamer gewesen, nur ein halbes Jahr, dann wäre der Titel wohl gar nie auf den Markt gekommen (siehe auch das Editorial auf Seite 2). Der Internet Standard wurde in der Hochblüte des Internethypes geplant. Als er dann am 18. August 2000 erstmals erschien, sass die Krise bereits tief (siehe WW 10/01). Die Börsenkurse vieler New-Economy-Unternehmen hatten ihren Abstieg ins Bodenlose bereits begonnen.
Hans Ueli Kühni, Verwaltungsrat der IDG Internet AG, die den Internet Standard herausgab, erinnert sich noch an die ungetrübte Zeit: «Bei der Lancierung der Zeitung war Internet ein Hype. Der ebenfalls von IDG herausgegebene amerikanische Industry Standard, Mutterblatt und Vorbild für den Internet Standard, war damals dick wie die Bibel, eine so grosse Nachfrage herrschte nach Inserateraum.» Doch das änderte sich rasch.
In den letzten Monaten erreichte der Internet Standard eine verkaufte Auflage zwischen 7000 und 8000 Exemplaren. Laut Kühni gingen davon rund 6000 Exemplare im Abo an die Leser, am Kiosk wurden pro Ausgabe 1000 bis 1400 Exemplare abgesetzt. «Mit der Entwicklung im Lesermarkt waren wir eigentlich zufrieden», sagt Kühni. Doch der Absatz lag weit unter den 17000 Exemplaren, die man gemäss dem ursprünglichen Businessplan bis Ende 2001 generieren wollte.
Inserenten der New Economy sind auf Stand-by Der Hauptgrund für das rasche Aus des New-Economy-Titels liegt, so Kühni, im stockenden Inserentenmarkt. «Der Crash der New Economy hatte zur Folge, dass die Internetfirmen mit ihren Investitionen in Werbung besonders zurückhaltend wurden. Man hat den Eindruck, die New Economy habe beim Inserieren auf Stand-by geschaltet», stellt Kühni fest.
Im letzten Moment hatte man beim Internet Standard noch versucht, das Steuer herumzureissen. Das Rezept wäre gewesen, sich mehr im B2B-Bereich zu positionieren. Doch für dieses Umschwenken auf die erfolgversprechendere Businesswelt hat die Zeit nun nicht mehr gereicht. Wie viel Geld der Internet Standard insgesamt in den Sand gesetzt hat, will Kühni nicht verraten. Er bestätigt aber, dass es sich um einen einstelligen Millionenbetrag in mittlerer Höhe handelt.
Braucht es denn überhaupt ein separates Printprodukt, das sich ausschliesslich dem Thema Internet widmet? «Nein, natürlich nicht», sagt Kühni heute ganz klar. Völlig verschwinden sollen die Internetthemen aber bei IDG nicht. Sie werden laut Kühni in Computerworld integriert. Das ebenfalls wöchentlich erscheinende Heft sollen die Abonnenten des Internet Standard nun als Ersatz erhalten.
