Nicht nur für Oberärzte

Die Ostschweizer Projekt GmbH lanciert Plakatwerbung in Spitälern und Kliniken, und das mit gutem Grund

Die Ostschweizer Projekt GmbH lanciert Plakatwerbung in Spitälern und Kliniken, und das mit gutem GrundVon Daniel Schifferle Einer der letzten noch nicht von Plakatwerbung erschlossenen Bereiche ist geknackt: Spitäler und Kliniken. Initiantin des vorerst auf die Deutschschweiz konzentrierten Angebots ist die Firma Projekt GmbH, mit der zwei Deutsche auch noch weitere ungewöhnliche Plakatstandorte lancieren wollen.
Es ist noch nicht allzu lange her, seit die Werbung Einzug ins WC hielt. Jetzt hat die Plakatwerbung einen sensibleren Bereich im Visier: Spitäler und Kliniken. Dass in diesem stark frequentierten Bereich höchst interessante Zielgruppen wie Patienten, Ärzte und Besucher anzutreffen sind, hat man in anderen Ländern längst entdeckt. So ist der Spitalbereich in den umliegenden Ländern Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland längst ein interessantes Territorium für die Plakatwerbung. In der Schweiz wird dieses seit Anfang Oktober ebenfalls erschlossen.
Belegbar sind derzeit 28 Spitäler und Kliniken in der Deutschschweiz mit durchschnittlich je 20 Plakatstellen. Weitere sollen laufend dazukommen. Anbieterin ist die erst kürzlich gegründete Firma Projekt GmbH mit Sitz im appenzellischen Lutzenberg. Das frisch gestartete Unternehmen gehört zu 100 Prozent den beiden Deutschen Markus Liebscher (32) und Mathis Felsche (28), die vorher bereits beim Radiosender Antenne Vorarlberg (A) in der Marketing- und Verkaufsabteilung zusammengearbeitet hatten. Liebscher, insgesamt seit über zehn Jahren in den Medien tätig, hatte den Aufbau der Antenne Vorarlberg massgeblich mitgestaltet. Das Kapital der Projekt GmbH beträgt 20000 Franken, just das gesetzliche Minimum.
Das Zweimannunternehmen bietet Komplettservice an
Die Firma ist zwar nur ein Zweimannbetrieb, bietet aber einen kompletten Service an. Damit dies möglich ist, spannt sie mit freien Mitarbeitenden und Partnerfirmen zusammen. Zum Beispiel wird die ganze Logistik mit freien Mitarbeitern abgewickelt. Aber auch für Zusatzleistungen wie etwa den Plakatdruck arbeitet die Projekt GmbH mit Drittfirmen zusammen.
Liebscher schwärmt von den im Spital erreichbaren Zielgruppen: 600000 Patienten und rund 500000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr. Dazu gesellen sich rund 10000 Spitalmitarbeitende, unter denen die besonders attraktive Zielgruppe der Ärzteschaft stark vertreten ist. Von den durchschnittlich 20 Plakatstellen pro Klinik befinden sich rund 60 Prozent im Innen- und 40 Prozent im Aussenbereich. Dabei habe man darauf geachtet, nur hoch frequentierte Zonen mit Plakatstellen zu versehen: Draussen sind dies der Eingangsbereich und die Parkplätze, drinnen sind es die Wartezonen, Lifte und Gänge. «Die Klinik ist ein Ort, in dem Menschen viel Zeit haben und verbringen und dadurch Werbebotschaften registrieren», ist Liebscher überzeugt.
Standortwahl nach leicht sortierbaren Unterzielgruppen
Ein entscheidender Vorteil sei auch die Tatsache, dass Unterzielgruppen genau am richtigen Ort angesprochen werden könnten. Zum Beispiel Wöchnerinnen in den Geburtenabteilungen oder Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger bei den Personaleingängen. Neben der Bewerbung pharmazeutischer und medizinischer Produkte sieht Liebscher ebenfalls besonders hohe Affinitäten für gesundheitsfördernde Nahrungsergänzung. Aber auch pflegefremde Produkte wie Urlaubsreisen, Finanzdienstleistungen oder Versicherungen liessen sich gut bewerben.
Die minimale Laufzeit der Plakate beträgt einen Monat. Die Tarife (B2 bis B12) reichen von 45 bis 1197 Franken monatlich, je nach Grösse und Standort. Buchen kann man das Spitalangebot sowohl sprachregional, regional als auch lokal. Neben der Deutschschweiz seien aber auch die anderen beiden Sprachregionen im Visier, neue Verträge kämen wöchentlich hinzu.
Doch mit dem Neuland, das die Klinikwerbung erschliesst, gibt sich die Projekt GmbH nicht zufrieden. Weitere «ungewöhnliche Standorte» sollen folgen. Die Katze aus dem Sack lassen will Liebscher aber noch nicht: «Diese Ideen sind noch nicht spruchreif.»

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