Kopf der Woche: «Ich dachte immer, Fernsehmoderator zu werden sei ein feierlicher Akt»

Claudio Zuccolini moderiert «Top Spots» beim SF DRS und kann sich dabei besser ausleben als früher

Claudio Zuccolini moderiert «Top Spots» beim SF DRS und kann sich dabei besser ausleben als früherKopf der Woche «Ich dachte immer, Fernsehmoderator zu werden sei ein feierlicher Akt»
Als Claudio Zuccolini an einem heissen Sommertag 1998 nach Zürich kam, um sich bei Tele 24 vorzustellen, war er eine halbe Stunde zu spät. «Als Bündner findest du das einfach nicht», meint er dazu kurz. Offenbar überzeugte er seinen Chef in spe Nik Niethammer trotzdem, denn dieser stellte ihn prompt für den Bereich News ein. News? Zuccolini wollte zum «Inside»: «Ich bin einer, der den Dingen gerne etwas vom Ernst nimmt. Das wäre bei den News nicht möglich gewesen».
Dass er überhaupt einmal eine Fernsehkarriere starten würde, darauf deutete in seiner Jugend nicht viel hin. Der in Thusis und Scharans aufgewachsene Bündner verbrachte nach zwei Jahren Gymnasium in Chur vier Jahre im Internat in Samedan, wo er die Diplommittelschule abschloss. Danach trat er bei der damaligen SBG ein Allroundpraktikum an. Obwohl nicht begeistert vom Bankingalltag, arbeitete er anschliessend als Kundenberater im Bereich Electronic Banking und nahm einige Jahre später sogar ein Studium an der Uni St.Gallen auf. Kurz darauf kam für Zuccolini, der schon immer eine besondere Vorliebe fürs Radio hatte, der Moment der Wahrheit: Medien oder Wirtschaft?
Die Entscheidung fiel zugunsten der Medien aus, folglich stieg er 1994 bei Radio Piz in St. Moritz ein. Bald wechselte er als Moderator zu Radio Grischa in Chur, wo er drei Jahre lang tätig war: «Doch es war mir absolut klar, dass ich als Medienschaffender nach Zürich kommen musste», sagt Zuccolini. So fiel es ihm nicht schwer, die Bündner Berge gegen die Stadt zu tauschen: «Zürich gefällt mir sehr gut, hier habe ich viele Gleichgesinnte getroffen.»
Zwei Jahre lang war er als VJ für «Inside» tätig. Gleichzeitig wirkte er auch als Texter für eine kleine Churer Agentur. Als sich der Sender von Reto Peritz trennte, war Zuccolini der neue Moderator: «Niemand hatte mich danach gefragt, alles ging sehr schnell und war einfach so. Dabei dachte ich immer, Fernsehmoderator zu werden sei ein ganz feierlicher Akt», erinnert er sich.
Als klar wurde, dass Tele 24 seinen Betrieb einstellen würde, griff Zuccolini zum Telefonhörer. An der Premiere des Zirkus Knie traf er die Produzentin von «Top Spots», und ehe er sichs versah, drehten sie schon Pilotsendungen: «Ich konnte während der ganzen Zeit meine eigenen Ideen und Vorstellungen einfliessen lassen sowie selber texten», schwärmt Zuccolini. Deshalb könne er sich hier viel mehr ausleben, bei «Inside» sei er immer ein bisschen gebremst worden.
Beim Publikum jedenfalls kommt er gut an: «Gerade auch von älteren Leuten bekomme ich viele Komplimente. Von jungen, hübschen Frauen kriege ich oft zu hören, dass mich ihre Mütter sympathisch finden.» Daniela Zivadinovic

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