Abenteuer unter Wasser. Wie gelangt man möglichst effizient an eine sehr spezielle Zielgruppe? Lowe Lintas GGK hat die Antwort unter Wasser gesucht und gefunden.

Mit einem kostengünstigen Verzicht auf klassische Medien und auch ohne Direct Mail wirbt die Agentur mit einer versenkten Parkbank für die Tauchschule Stingray Dive Center Schlieren. In Zusammenarbeit mit dem Sport- und Freizeitpark Erlen in Dielsdo

Mit einem kostengünstigen Verzicht auf klassische Medien und auch ohne Direct Mail wirbt die Agentur mit einer versenkten Parkbank für die Tauchschule Stingray Dive Center Schlieren. In Zusammenarbeit mit dem Sport- und Freizeitpark Erlen in Dielsdorf wurde eine «funktionsfähige Parkbank inklusive integrierter Plakatstelle» im Aussenbecken der Badeanlage versenkt. Darüber prangt die Aufschrift: «Bleiben Sie doch noch ein Weilchen. Anmeldung für Tauchkurse: www.stingraydive.ch». Wer es nicht glaubt: Die wasserdichte Idee mit der Bank bleibt noch bis Ende Januar im Tauchbecken in Dielsdorf zu bewundern. Konzept Marc Koller, AD Flo Bachofen, Beratung Priska Engelmann.Aus für Toaster. Die Jugendzeitschrift Toaster wird mit der Februarausgabe eingestellt. Das Blatt wurde bislang teilweise durch Subventionen der Stadt Zürich finanziert. Unter dem Druck bürgerlicher Parteien, besonders der SVP, wurden diese per 2002 gestrichen. Mit einem neuen Partner wollte der Toaster künftig landesweit dreisprachig mit 250000 Exemplaren erscheinen und dabei kostendeckend arbeiten.
Stossgebet für Auftraggeber. «Hab Erbarmen, o Herr! Diese Werbefilmer mögen vielleicht kreativ sein, aber Organisation und Logistik gehören wahrlich nicht zu ihren Gaben. Bitte mach, dass sie den Spot endlich vollenden, denn der Tag der ersten Erscheinung ist nah. Amen.» Solches und noch viel heftigeres Flehen findet sich im frommen Büchlein «Stossgebete für Auftraggeber». Verfasst hat das Werk Markus Ruf. Segensreich sein soll es «für alle, die nicht mit Condor arbeiten.» Mit dem Ablass «Gott sei Dank gibt es Condor» leitet die Bibel in einem zweiten Testament über zu vier geweihten Kapiteln, in denen die erlösenden Verheissungen von Condor Commercials, Condor Corporate, Condor Entertainment und Condor Studio Services vorgestellt werden. Gottes Ruf, wahrlich wieder einmal teuflisch kreativ zu Fleisch geworden!
Zuwachs beim BSW. Vier Agenturen sind neu als Mitglieder beim Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen BSW aufgenommen worden. Freiburghaus und Banderini AG (neu Freiburghaus und Partner AG) in Bern ist im Besitz von Simon Freiburghaus (13 Mitarbeitende). Futurecom Interactive AG in Zürich ist im Besitz von Advico Young & Rubicam und Wunderman (98). MediaCom Zürich ist im Besitz von MediaCom Düsseldorf (20). Universal McCann SA in Genf (21) firmierte bis Ende 2000 unter Qualimedia und gehört der Interpublic Group of Companies Inc.
Ausgewachsener Foto-Nachwuchs. «Auch Zwerge haben klein angefangen», steht als Motto hinter dem neuen Jahrbuch des Bundes Freischaffender Foto-Designer BFF. Unter dem Titel «Junioren 2001» sind zum siebten Mal im handlichen Zwergenformat die Arbeiten von 68 jungen Fotografinnen und Fotografen abgebildet. Das rote Büchlein kann für 15.34 Euro bei der BFF-Geschäftsstelle in Stuttgart, Telefon 0049 711 473 422, bestellt werden.
Lowe präsentiert neue Corporate Identity. Seit Montag heisst das internationale Werbenetzwerk Lowe Lintas & Partners offiziell nur noch Lowe & Partners Worldwide. Der Name von Agenturgründer Frank Lowe stehe für kreative Glanzleistungen und solle die Agentur ins neue Jahrtausend führen, heisst es in einer Mitteilung. Das neue Agenturlogo zeigt die Buchstaben des Namens in einem blauen Quadrat angeordnet. Lokale Niederlassungen dürfen die Logofarbe nach eigenem Geschmack wählen.
Aktionen Snowboard Fahrschule. Die Snowboard Fahrschule Flims Laax Falera, seit über 15 Jahren im Business, ist die grösste Snowboardschule der Schweiz. Sie besticht durch ein breites Angebot: Basic-, Allround-, Freestyle-, Carve/Speed-, Freeride/Backcountry- und Master-Kurse. Halfpipe- und Freestyle-Coaching. Camps. Contest-Trainings. Für Kids, Profis, Silverboarder und alle Altersgruppen dazwischen. Werberisch gesehen liessen Andy Bärtsch und Reto Poltera, die beiden Inhaber der Snowboard Fahrschule, mit diesen Facts in der Vergangenheit gerne auf die Pauke hauen. Heuer besticht in ihrer Kampagne am meisten ihr «Klötzchen». Neben «Jesus» und «Falle» ist das Sujet seit Anfang Dezember rund um Flims/Laax sowie im Grossraum Zürich als B12- und Schaufensterplakate zu bewundern. Verantwortlich bei Publicis sind Daniel Krieg (Text), Uwe Schlupp, Raul Serrat (AD, Grafik), Caroline Peter (Beratung), Anna Francke (Art Buying), Jonas Kuhn (Foto).
IHA mit neuer Firmenbezeichnung. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IHA mit Sitz in Hergiswil firmiert neu unter dem Namen IHA-GfK AG und reagiert damit auf die Übernahme durch die GfK-Gruppe vor drei Jahren. In der GfK-Gruppe arbeiten 4700 Mitarbeiter in 50 Ländern an der Aufbereitung von Marktinformationen. Für IHA hat sich die Übernahme positiv ausgewirkt: Das Institut verzeichnete im Jahr 2001 ein zweistelliges Umsatzwachstum und baute den Marktanteil aus.
Plakate zum Jahreswechsel. Bereits zum 4. Mal wurden in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern Plakate zum Jahreswechsel initiiert. Die Botschaften sollten auf Alltägliches hinweisen und mit einem zweideutigen Augenzwinkern «zu einem Lächeln und hoffentlich zum Denken anregen». Nun sind die bisweilen bezaubernden Arbeiten der angehenden Plakatkünstler bis zum 21. Januar vor der Seebar beim Kultur- und Kongresszentrum Luzern ausgestellt.
Editorial Eine Zahnlücke schmerzlos gefüllt
Der Verlust an publizistischer Ausstrahlung tut weh. Denn die Titelpalette macht Identität und Charakter eines Medienunternehmens aus. Deshalb bedeutet der Abschied von der Jean Frey AG für die Basler Mediengruppe eine radikale Amputation und einen schweren Schlag.
Das Desaster der Basler, zu dem die Kostenfalle Weltwoche unerwartet und dramatisch geführt hat, wird für Ringier zum Glücksfall. Unverhofft kommen die Zürcher zu ihren Wunschtiteln, welche die von Boulevard und Regenbogen dominierte Palette glänzend erweitern und aufwerten. Das bisher einseitig geprägte verlegerische Gebiss erhält seine Zahnlücken gefüllt, praktisch schmerzlos, wenn man den Preis für die «Behandlung» in Rechnung stellt.
Das tut dem Image gut und verspricht dem nochmals gewachsenen grössten Schweizer Medienhaus zudem eine beflügelnde Ausstrahlung nach innen. Ringier ist zweifellos im Hoch. Von den neuen Geschwistern wird die gesamte Titelfamilie profitieren.
Allerdings ist der Druck auf Ringier riesig. Rundum werden die Zürcher bereits jetzt als definitive Retter der Weltwoche gefeiert. Doch auch Frank A. Meyer und seiner Crew steht ein gigantischer Kraftakt bevor, will sich die Weltwoche einen Platz herausstemmen im gesättigten und laufend noch kompetitiveren Markt der gedruckten Hintergrundinformationen. Diese unangenehme Marktwahrheit wird vom unglaublich starken Pathos der Weltwoche gern überblendet.
Heisse Köpfe sind auch rund um die Inhalte der Weltwoche kaum vermeidbar. Aus den spärlich erhältlichen Aussagen wissen wir, dass das Blatt «intellektuell zulegen muss». Eines scheint allerdings gewiss: Nochmalige Umschichtungen und weitere Turbulenzen wie bei der gerade erst vollzogenen Radikalerneuerung der Redaktion würde die Weltwoche kaum überleben.
Doch auch wenn das schillernde und viel versprechende nächste Kapitel im Abenteuer Weltwoche schlecht ausgehen sollte, ist zumindest der finanzielle Schaden gering. Die neue «Gralshüterin» bekommt die Jean Frey AG zum Schnäppchenpreis. Da darf sie ein Risiko wie die Weltwoche ohne schlechtes Gewissen miterwerben. Daniel Schifferle

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