Mutter aller Werberpartys

Sie ist die Mutter aller Partys, die Egon-Verleihung und das Fest zum Werber des Jahres.

Sie ist die Mutter aller Partys, die Egon-Verleihung und das Fest zum Werber des Jahres.Von Andreas Panzeri und Beat Fritsch Dieses Jahr wurde die Auszeichnung zum 25. Mal vergeben. Die Megasause dazu fand im X-tra Limmathaus statt. Angemeldet hatten sich über 1800 Gäste, einige mehr dürften im Verlauf des Abends noch dazugestossen sein. Gestossen ist schon richtig, denn es herrschte bisweilen und vor allem vor den Fleischtöpfen und Weinfässern ein Drängeln. Die Zahlen, die in den Fernsehsendern herumgereicht wurden, gingen gar bis 2500 Personen. Richtig gelesen: Fernsehsender! So viel semi- und real-offizielle Berichterstattung hat eine intime Feier unter Werbern noch nie nach sich gezogen. Und das nicht einfach im Nachrichtenblock als Kurzfutter.
Tele Züri berichtete bereits in den 19-Uhr-News über die Wahl von Dominique von Matt, tags darauf folgte ein ausführliches Porträt, aufgenommen in seiner Agentur. Star-TV doppelte mit einem Kurzbericht nach. Das Sahnehäubchen setzte SF DRS in der Sendung «Schweiz aktuell» vom Donnerstagabend auf. Nicht nur wurde die von den SI- und Tele-Leserinnen und -Lesern gewählte ZVV-Kampagne aus dem Hause Publicis ausführlich gewürdigt – im Anschluss ans Feature gabs aus dem X-tra gar eine Liveschaltung in über 700000 konsumfreudige Schweizer Haushalte, in der der Werber des Jahres 2001 und auch WerbeWoche-Chefredaktor Samuel Helbling ein bisschen PR für die gesamte Branche machen konnten. Das ist für eine Werberfete bisher einmalig!
Im Saal wars so rammelvoll, dass auch «Schweiz aktuell»-Moderator Christoph Baumgartner und sein Kameramann kaum mehr durchkamen. Und bei den gut 2000 Gästen wars ein Ding der Unmöglichkeit, jedefrau und jedermann anzutreffen. Die Party nimmt langsam ein Ausmass an, das schon fast zu denken gibt. Denn der Einlass ist begehrt wie sonst nirgends. Wie man von vielen Anwesenden hörte, sei das dem Termin zu Jahresbeginn zu verdanken. Die WdJ-Party ist jeweils das erste Grossereignis der Branche nach Silvester. Vielerorts zücken denn Spesenritter bei den zufälligen Begegnungen im Verlauf des Abends auch gleich ihre Agendas, um die Lunches und Dinners fürs erste Quartal zu terminieren. Schliesslich solls dieses Jahr wieder aufwärts gehen, wenn man den Wirtschaftsauguren glaubt. Auch mit den Spesenbudgets. Und so läufts wenigstens den Zürcher In-Beizen nicht auch noch bachab.
Den Gästen wurde einiges geboten. Los gings schon im Eingangsbereich. An der Bar von Buchs-Druck, den Druckern der WerbeWoche, gabs einen Meter neben der Garderobe den ersten Welcome-Drink. Derweil ein Promoter von Spamnetradio Fleischkäse im Vac-Pack verteilte. Den Senf dazu gibts auf www.spamnetradio.ch, auf dem sich Werber seit neuestem ihre Gehörgänge verstopfen lassen können. Reinhören lohnt sich unbedingt, nur schon weil es sich um das erste Werberradio der Schweiz handelt. Sponsor Facts wiederum wartete mit einem gruftähnlichen Outlet auf: In einem Betonsockel waren die Fussstapfen von Dominique von Matt gegenüber denjenigen seiner Mitbewerber Frank Bodin, Claude Catsky, Markus Gut, Daniel Matter und Martin Spillmann eindeutig als die tiefsten zu erkennen. Ein Werber des Jahres hinterlässt sichtbare Spuren. Wie übrigens auch Doktor Mai-Ling, das Aushängeschild des DM-Dienstleisters Trendcommerce. Er blickte von einem überdimensionalen Transparent herunter auf die Gästeschar.
Eng wurde es zum ersten Mal auf der Treppe in Richtung Buffet. Hier kollidierten diejenigen, die nach oben wollten, mit denen, die sich zum Essen ganz unkompliziert auf die Stufen setzten. Der Saal war bereits nach kürzester Zeit brechend voll, und Sitzplätze sowieso während des ganzen Abends Mangelware.
Nicht ausgegangen ist glücklicherweise das Flüssige. Dass alle Drinks am Werber des Jahres gratis sind, hat ja bereits Tradition. Sie werden jeweils grosszügig von den Sponsoren berappt. Was von den Partybesuchern noch grosszügiger ausgenutzt wird. In den «Kellergewölben» des X-tra befand sich zudem ein veritables Spielcasino mit Bar und sechs oder sieben Spieltischen, gesponsert von RMB und Qualiclick.
Jean-Claude Bruhin, Christoph Morach und Roger Baur schauten vor Ort gleich selbst zum Rechten. Wie man hörte, soll es im Verlauf des Abends an der Bar dieses Casinos recht feucht-fröhlich zu und her gegangen sein. Und auch an den Spieltischen frönten die Werber mit den geschenkten Jetons für einmal nur dem Vergnügen.
An der Bar hinter der Bühne, wo man sich wenigstens während der Verleihungszeremonie noch in Ruhe und ohne Gedränge einen Drink genehmigen konnte, servierten die Leute von Marc Schürmanns Promotionagentur Mosaik scharfe Drinks mit Trojka-Wodka. Nach der Verleihung wars dann mit der Ruhe an diesem Tresen aber auch bald vorbei. Die Tränke wurde gestürmt, als die Anwesenden bemerkten, dass die Bühne nun nicht mehr nur dem Werber des Jahres und seinen Gästen gehörte, sondern allen offen stand. Und auf eine Bühne braucht man die Werber nicht zweimal zu bitten. Erst recht nicht, wenn eine Bar drauf steht.
Mittlerweile war Dominique von Matts Ehefrau Jolanda mit Tochter eingetroffen. Für die VIPs und deren Begleitung war im Backstagebereich an genügend Platz mit eigenem Getränkenachschub gedacht worden. Allerdings musste Papa Dominique noch einige Interviews geben, bevor sich die Familie stolz neben ihn setzen konnte.
An einer anderen Bar wirkte Gebi Schregenberger als ruhender Pol. Der Grand Old Man der Branche genoss es, ungestört von stressigen Fachsimpeleien einfach nur den hübschen Assistentinnen beim Tanzen zuzuschauen.
Obwohl er wohl noch ein Jahr oder zwei warten muss, bis ihm der Titel «Werber des Jahres» hochoffiziell zugesprochen wird, freute sich Martin Spillmann an der verrückten Party. Fürs Foto hat sich Rita Spillmann stolz mit ihrem Martin – wie kann man schöner getröstet werden – für die Shortlist ablichten lassen. Zwar noch nicht als Ehefrau lächelte uns eine charmante Claudia entgegen; sie will demnächst Werner Schlatter vom Media-Daten-Verlag ehelichen, wie sie dem WerbeWoche-Team verraten hat. Und noch die Ehe zum Dritten; ums Heiraten geht es dem Vernehmen nach bald auch bei Marzio Frei von Moneycab und Iris Mettler. Die beiden haben sich bereits erkundigt, ob der Shortlist-Fotograf auch für eine Hochzeitsfeier gebucht werden könnte, was dieser aber meist dankend abzulehnen pflegt. Weil er auch keine Scheidungen fotografiert…
Gut gelaunt sah man IPM-CEO Michi Frank. Nach längerem Tauziehen konnte er endlich mit dem Westschweizer Werbefenster auf M6 loslassen, auch wenns mit der Vollabdeckung noch etwas hapert. Sebahat Derdiyok von Blood Sweat & Tears stöhnte ob der Massen im Treppenhaus. Etwas auf den Geist ging das Gedränge auch Helen Gerber, die wegen ihres eingegipsten Arms nur einen Ellbogen für den Nahkampf am Buffet frei hatte. Ebenfalls nur kurz in der Masse: Bettina Bussey von Primetime, die mal wieder vergessen hat, das alljährliche Weihnachtsessen des Ringier-Ehemaligenclubs zu organisieren. Private Zukunftspläne verriet Tarkan Özküp. Der frühere RMB-Verkaufsleiter will sich vor einer beruflichen Neuorientierung zuerst einmal um ein Proficiency-Diplom kümmern. Mitten im Getümmel trafen wir auch Özküps früheren Chef, RMB-CEO Matthias Luchsinger, zusammen mit Markus Cavegn. Letzterer scheint mit seiner Tätigkeit als selbstständiger CD auf guten Wegen zu sein. In der WdJ-Nummer der WerbeWoche zeichnete er nämlich gleich bei zwei Inseraten als Urheber. Neben den ehemaligen Werbern des Jahres, Ruf Lanz, deren Doppelseiter einen verblüffend ähnlichen Auftritt wie der von Cavegn hat. Der Werbung ist halt wie sonst nur der Kunst die unergründliche Bildung visueller Analogien eigen. Weshalb Werbung definitiv als Kunstrichtung zu betrachten sei! Für solche und andere hochprozentige Diskussionen verzogen sich Werberin und Werber später des Abends, als das X-tra dem gemeinen Volk geöffnet wurde, in die gemütliche Lounge bei Cognac und Zigarren.
Beat Fritsch und Andreas Panzeri

stürzten sich letzte Woche mit Fotograf Dominic Ott ins Gewühl der Werber-des-Jahres-Verleihung. Was da abging, darf man ruhig als Hardcore-Party bezeichnen. Zeitweise gab es kein Durchkommen mehr, und auch das Shortlistteam erprobte sich im Nahkampf. Mit 2000 Besuchern sprengte der Event alles da Gewesene und setzte neue Massstäbe. Zum Glück gibts auch mal wieder ruhigere Anlässe.
Wo diese stattfinden und wer sie besucht, wird an den verschiedensten Plätzen in der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt
es online unter www.werbewoche.ch.

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